+
Opferfest in einem Freizeitpark in Damaskus: Die Waffenruhe in Syrien hält derzeit.

Bis Freitag

Russland und USA verlängern Syrien-Waffenruhe

Washington/Moskau - Es ist nicht die erste Waffenruhe in Syrien, doch diesmal sind die Hoffnungen größer. Kurz vor Ablauf der 48-stündigen Feuerpause einigen sich Russland und die USA auf eine Verlängerung.

Kurz vor Ablauf der 48-stündigen Feuerpause für Syrien haben Russland und die USA eine Verlängerung bis Freitag vereinbart. Die Außenminister John Kerry und Sergej Lawrow verständigten sich in einem Telefongespräch am Mittwoch auf eine Fortführung um weitere zwei Tage, sagte US-Außenamtssprecher Mark Toner in Washington. Trotz sporadischer Verletzungen habe die Vereinbarung seit Montag gehalten und die Gewalt in Syrien "beträchtlich verringert".

Der Generalstab in Moskau erklärte seinerseits, Russland rufe die Konfliktparteien zu einer weiteren 48-stündigen Feuerpause auf. US-Ministeriumssprecher Toner sagte, nächstes Etappenziel sei eine siebentägige Feuerpause. Lawrow und Kerry seien sich einig gewesen, "dass die Verabredung im Großen und Ganzen hält".

USA und Russland wollen sich im Kampf gegen den IS nun koordinieren

Eine in der vergangenen Woche getroffene Vereinbarung sieht vor, dass Washington und Moskau ihren Kampf gegen die Dschihadisten koordinieren wollen, wenn die Feuerpause sieben Tage lang eingehalten wird. Die Feuerpause zwischen Rebellen und Regierungstruppen war am Freitag auf Vermittlung von Russland und den USA zustande gekommen und am Montag mit Einbruch der Dunkelheit in Kraft getreten. Am Mittwoch um 18.00 Uhr (MESZ) lief diese erste Etappe aus. Eine offizielle Zusage der Rebellen zur Fortführung der Feuerpause gab es bis Mittwoch nicht.

Die Dschihadistengruppen Islamischer Staat (IS) und Fateh-al-Scham-Front sind von der Waffenruhe ausgenommen. Mehrere Rebellengruppen arbeiten bisher eng mit der Fateh-al-Scham-Front zusammen. General Víktor Posnichir vom russischen Generalstab kritisierte, dass die mächtige Ahrar-al-Scham-Miliz die Waffenruhe offen ablehnt. Seinen Angaben zufolge wurde die Waffenruhe seit ihrem Beginn von den Rebellen 60 Mal verletzt.

UNO berichtet von einzelnen Schusswechseln trotz Waffenruhe

Laut der UNO und der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte gab es am Mittwoch nur vereinzelt Schusswechsel. Die Hoffnung ist, dass die Waffenruhe eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche ermöglicht, um endlich einen Ausweg aus dem Bürgerkrieg zu finden, in dem seit März 2011 mehr als 300.000 Menschen getötet wurden. Eine im Februar vereinbarte Waffenruhe war nach mehreren Wochen zerbrochen.

In der seit Monaten heftig umkämpften Großstadt Aleppo wartete die Bevölkerung im von den Rebellen kontrollierten Osten der Stadt weiter auf dringend benötigte Hilfslieferungen. Laut der UNO stehen 20 Lastwagen mit Lebensmitteln an der türkisch-syrischen Grenze bereit, doch forderte sie Sicherheitsgarantien, bevor sie den Konvoi nach Aleppo schickt. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bezeichnete es als "absolut notwendig", umgehend "die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen" zu treffen, damit der Konvoi seine Reise nach Aleppo fortsetzen könne.

Die Straße von Castello, die von der türkischen Grenze nach Aleppo führt, wurde weiter von der syrischen Armee kontrolliert. Laut dem UN-Sondergesandten Staffan de Mistura nahmen Rebellen die Straße mit Mörsern unter Beschuss. Die Waffenstillstandsvereinbarung sieht vor, dass die Straße demilitarisiert wird. Zu diesem Zweck richtete die russische Armee einen Beobachtungspunkt auf der Straße ein.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Alle Wahlkreise ausgezählt: Schock für Union und SPD, AfD-Wert angepasst
Zäsur in der deutschen Politik: Mit der AfD zieht wieder eine Partei rechts der Union in den Bundestag ein. Die SPD stürzt völlig ab. Und Merkel bleibt Kanzlerin - doch …
Alle Wahlkreise ausgezählt: Schock für Union und SPD, AfD-Wert angepasst
„Das Land rückt nach rechts“: Pressestimmen zur Bundestagswahl
Mit Spannung ist das Ergebnis der Bundestagswahl erwartet worden. Die Pressestimmen aus Deutschland und dem Ausland zeigen nun vor allem Besorgnis.
„Das Land rückt nach rechts“: Pressestimmen zur Bundestagswahl
Mehrheit für Offenhaltung von Berliner Flughafen Tegel
Einen nagelneuen Airport wollen die Berliner schon bekommen. Aber auch den über Jahrzehnte lieb gewonnenen Flughafen Tegel behalten. Darauf deutet die Volksabstimmung …
Mehrheit für Offenhaltung von Berliner Flughafen Tegel
Nach Wahlerfolg der AfD: Hunderte Gegner demonstrieren in Deutschlands Großstädten
Der Einzug der AfD in den Bundestag hat hunderte Menschen auf die Straße gebracht. In Berlin, Frankfurt und Köln demonstrierten sie auf Kundgebungen weitgehend friedlich …
Nach Wahlerfolg der AfD: Hunderte Gegner demonstrieren in Deutschlands Großstädten

Kommentare