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Militär in Syrien

Syrien-Konflikt

Russland warnt Westen vor "tragischem Fehler"

Moskau - Russland hat die westlichen Regierungen vor einem militärischen Eingreifen im Syrien-Konflikt gewarnt. Dies wäre ein "schwerer Fehler" erklärte der Sprecher des Außenministeriums in Moskau.

Einige Regierungen versuchten, "den UN-Experten ihre eigenen Ergebnisse aufzuzwingen" und erhöhten so "die Möglichkeit eines militärischen Einsatzes", so Alexander Lukaschewitsch. An diese Staaten appelliere Moskau, "ihren gesunden Menschenverstand einzusetzen und einen solchen tragischen Fehler zu vermeiden".

Der Sprecher des Außenministeriums begrüßte die Entscheidung der syrischen Regierung, UN-Inspekteuren die Prüfung von Vorwürfen eines Chemiewaffeneinsatzes in der Region Ghuta nahe Damaskuszu erlauben. Er forderte die syrische Opposition auf, die Inspektion nicht durch "militärische Provokationen" zu behindern. "Es ist wichtig, dass die Opposition, die einen Teil des östlichen Ghuta kontrolliert, die notwendigen Bedingungen für eine sichere Arbeit der Mission schafft und sie nicht mit militärischen Provokationen behindert (...)."

Nach Angaben der syrischen Opposition waren am Mittwoch bei Angriffen der Regierungstruppen mit Chemiewaffen nahe der Hauptstadt mehr als tausend Menschen getötet worden. Angaben der Organisation Ärzte ohne Grenzen über die Symptome der Opfer deuteten ebenfalls auf einen Giftgaseinsatz hin. Die syrische Regierung stimmte am Sonntag bei einem Treffen mit der UN-Abrüstungsbeauftragten Angela Kane in Damaskus einer Untersuchung der Vorwürfe durch UN-Inspekteure zu. Die Mission soll bereits am Montag beginnen.

Westerwelle begrüßt Vereinbarung

Bundesaußenminister Guido Westerwelle hat das Versprechen der syrischen Regierung begrüßt, UN-Inspekteuren nun doch Zugang zu den angeblich mit Giftgas bombardierten Dörfern zu gewähren. Dies sei eine wichtige Vereinbarung in einer dramatischen Lage. „Ich begrüße, dass die Untersuchung jetzt unverzüglich erfolgen soll“, erklärte der FDP-Minister am Sonntag.

Zuvor hatte Westerwelle nach Angaben des Auswärtigen Amtes mit der deutschen UN-Diplomatin Angela Kane telefoniert. Die Hohe Repräsentantin für Abrüstung hatte sich seit Samstag in Syrien um Zugang für die Chemiewaffenexperten bemüht. Kane habe Westerwelle über die Vereinbarung mit der Regierung in Damaskus berichtet. Nach UN-Angaben soll die Untersuchung schon am Montag beginnen.

AFP/dpa

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