KZ-Geld und Hakenkreuze

AfD-Spitzenkandidat handelt mit Nazi-Devotionalien

Saarbrücken - Der AfD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl im Saarland, Rudolf Müller, verkauft einem Bericht zufolge in seinem Geschäft Geld aus Konzentrationslagern der Nationalsozialisten und auch Hakenkreuzorden.

Der saarländische AfD-Spitzenkandidat Rolf Müller verkauft in seinem Antiquitätengeschäft in Saarbrücken auch Orden mit Hakenkreuzen und Geldscheine aus der NS-Zeit. „Ich verkaufe die immer mal wieder“, sagte Müller am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Saarbrücken. Zuvor hatten der „Stern“ und das ARD-Magazin „Panorama“ darüber berichtet.

Der Verkauf sei „nichts Illegales, mit der Einschränkung, dass man das Zeug mit Hakenkreuz nicht offen präsentieren darf. Das mache ich auch nicht“, sagte Müller, der für die AfD bei der Landtagswahl im März 2017 an der Saar als Spitzenkandidat antritt. Er klebe die Hakenkreuze immer ab.

Der Handel mit sogenanntem Lagergeld, das aus Konzentrationslagern der Nationalsozialisten stammt, ist nicht strafbar. Das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen hingegen ist verboten. Darunter fallen auch Orden aus der NS-Zeit mit Hakenkreuzen.

Müller erklärte, er erhalte solche Orden und Geldscheine gelegentlich mit Nachlässen. „Man bekommt eine Kiste und dann ist das da drin.“ Viele Antiquitätenläden verkauften diese Objekte, sagte er. Zurzeit habe er keine solcher Orden oder Scheine mehr im Laden. Vor allem Franzosen und US-Amerikaner seien an solchen Dingen interessiert.

Moralisch sei der Verkauf „auch kein Problem“, sagte der 65-Jährige. „Es trägt irgendwo auch bei zur Erinnerung oder Aufarbeitung - das sind ja Dinge, die man anfassen kann, über die man sich Gedanken machen kann.“

dpa

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Jamaika-Gespräche ausgesetzt - Kompromissangebot zur Zuwanderung?
Die Jamaika-Sondierungsgespräche gehen am Samstag in eine weitere Runde. Einzelgespräche sollen helfen, um bis Sonntag fertig zu werden. Im News-Ticker bekommen Sie alle …
Jamaika-Gespräche ausgesetzt - Kompromissangebot zur Zuwanderung?
Libanons Regierungschef Hariri in Frankreich
Während es zwischen Berlin und Saudi-Arabien seinetwegen zu diplomatischen Spannungen kommt, trifft der libanesische Premier Saad Hariri in Paris ein. Es könnte der …
Libanons Regierungschef Hariri in Frankreich
Machtkampf in der CSU eskaliert
Mitten in der Schlussphase der Jamaika-Sondierungen erreicht der Machtkampf um Horst Seehofers Erbe in Bayern einen neuen Höhepunkt. Die Spaltung der Partei wird …
Machtkampf in der CSU eskaliert
Jamaika-Sondierer machen Fortschritte - hoher Einigungsdruck
Auch am Samstag finden die Parteien bei den Jamaika-Sondierungen nicht abschließend zueinander. Dennoch bleiben die meisten Beteiligten optimistisch.
Jamaika-Sondierer machen Fortschritte - hoher Einigungsdruck

Kommentare