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Linke im Saarland geradezu pulverisiert – Parteichefin zeigt nun auf Lafontaine

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Von: Anna-Katharina Ahnefeld

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Landtagswahl Saarland: Ein schwerer Schlag für die Linken an der Saar. Die Parteispitze zeigt sich am Boden zerstört.

Update vom 27. März, 20.40 Uhr: Der Bundesgeschäftsführer der Linkspartei, Jörg Schindler, hat nach den herben Wahlverlusten für seine Partei im Saarland eine Neuaufstellung der dortigen Linken angekündigt. „Wir werden die Partei neu aufstellen müssen“, sagte Schindler am Sonntagabend im ZDF mit Blick auf die Linke im Saarland. Die Bundespartei werde dabei „aktiv eingreifen“ müssen, erklärte Schindler.

Bundesgeschäftsführer Schindler sprach von einem „schwarzen Tag“ für seine Partei und verwies auf die seit Jahren anhaltenden Konflikte innerhalb der Linken im Saarland. Jetzt gehe es darum, sich neu zu sortieren. „Denn eins ist doch klar: Das Saarland braucht eine soziale Opposition. Die wird jetzt außerparlamentarisch sein. Aber da müssen wir durch“, sagte Schindler.

Landtagswahl: Linke im Saarland geradezu pulverisiert – Parteichefin zeigt nun auf Lafontaine

Erstmeldung vom 27. März, 19.50 Uhr: Berlin – Ein bitteres Ergebnis für die Linke* im Saarland mit Spitzenkandidatin Barbara Spaniol: Bei der Landtagswahl am Sonntag verpasst die Partei die Fünf-Prozent-Klausel deutlich. 12,8 Prozent standen vor fünf Jahren zu Buche - schon die Hochrechnungen sahen die Linke nun mit nur noch 2,5 Prozent nicht mehr im Landtag. Parteichefin Susanne Hennig-Wellsow zeigte sich tief enttäuscht über das schlechte Abschneiden bei der Landtagswahl im Saarland. Das Ergebnis sei „wirklich bitter und ein Desaster“, sagte sie am Sonntagabend im ZDF.

„Das Ergebnis ist mit Sicherheit davon geprägt, dass die Linke im Saarland über die vergangenen Jahre heftige Auseinandersetzungen geführt hat“, sagte sie. „Und es ist wie es ist: Man wählt keine zerstrittenen Parteien.“ Zur Rolle des ehemaligen Parteichefs Oskar Lafontaine, der kurz vor der Wahl aus der Partei ausgetreten war, sagte Hennig-Wellsow: „Er weiß um seine eigene Verantwortung.“ Die Partei hatte sich an der Saar schwere Querelen geleistet - bis hin zum Austritt ihres Ex-Bundesvorsitzenden Oskar Lafontaine, der früher auch einmal sozialdemokratischer Ministerpräsident war.

Saarland-Wahl: Die Linke erlebt herbe Niederlage – und verweist auf Lafontaine

Auch Co-Chefin Janine Wissler äußerte sich sehr enttäuscht über das Abschneiden bei der Landtagswahl im Saarland. „Das ist ein ganz, ganz bitterer Abend“, sagte Wissler am Sonntagabend. „Das sind wirklich herbe Verluste, ein desaströses Ergebnis. Wir waren zweistellig im Saarland, wir kommen da von 21 Prozent“, erklärte Wissler. Das schlechte Wahlergebnis habe sicherlich auch an der „großen Zerstrittenheit“ der Linken im Saarland gelegen, sagte Wissler.

Barbara Spaniol
Barbara Spaniol (Die Linke), Kandidatin zur Landtagswahl im Saarland. © Harald Tittel/dpa

Es habe zuletzt zwei linke Fraktionen im Landtag gegeben. Das gesamte Auftreten ihrer Partei habe dort dazu geführt, „dass Leute uns nicht mehr vertraut haben“, sagte Wissler. Auch der kürzliche Austritt des ehemaligen Linken-Vorsitzenden und -Mitbegründers Oskar Lafontaine habe den Parteikollegen geschadet, sagte Wissler. „Das war natürlich ein harter Schlag für die Linke im Saarland.“ Das Ergebnis müsse nun „dringend Konsequenzen“ haben, um das verlorene Vertrauen zurückzugewinnen. (aka/dpa)

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