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„Saber Strike“ nahe der Ukraine: Nato bereitet Großmanöver vor - US-Soldaten reisen durch Bayern an

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Von: Florian Naumann

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Der US-Konvoi am Dienstagabend am Grenzübergang Waidhaus-Rozvadov.
Der US-Konvoi am Dienstagabend am Grenzübergang Waidhaus-Rozvadov. © Miroslav Chaloupka/Imago

In der Ukraine dreht sich viel um Truppenbewegungen - auch die Nato mischt mit: Im März konkret mit einem Großmanöver in der Slowakei. Die Vorbereitungen laufen.

Bratislava - Viel wird dieser Tage über russische Truppenbewegungen und Manöver an der ukrainischen Grenze spekuliert. Im Zentrum eine Frage: Zieht Wladimir Putin die Einheiten ab - oder verstärkt er sie?

Klar ist indes: Die USA entsenden derzeit Truppen zur ukrainischen Grenze. Am Dienstag und Mittwoch sind erste US-Soldaten in der Slowakei angekommen - der Weg dorthin führte auch durch Bayern. Geplant ist ein Nato-Großmanöver im März.

Ukraine-Krise: US-Soldaten auf dem Weg zu Großmanöver - Anreise auch durch Bayern

In der Nacht auf Donnerstag überschritt ein erster Konvoi mit rund 200 Soldaten aus Deutschland über Tschechien kommend die Grenze, wie Stefan Zemanovic, der Sprecher des slowakischen Verteidigungsministeriums, der Deutsche Presse-Agentur bestätigte. Am späten Dienstagabend hatten die Fahrzeuge den deutsch-tschechischen Grenzübergang Waidhaus-Rozvadov passiert. Truppen werden, aufgeteilt auf sieben Konvois, vom 15. bis zum 26. Februar unterwegs sein.

Die Soldaten sollten an der schon seit fast zwei Jahren vorbereiteten Großübung „Saber Strike 2022“ (Säbelhieb 2022) teilnehmen. Die Übung mit rund 3000 Soldaten und etwa 1000 Stück Militärtechnik wie verschiedenen Typen Militärfahrzeugen soll vom 1. bis 14. März in der Slowakei stattfinden, die direkt an die Ukraine grenzt. Die Rückkehr der US-Einheiten soll in der zweiten Märzhälfte auf umgekehrtem Weg erfolgen.

Ebenfalls als Teil von „Saber Strike“ sind im März gemeinsame Übungen tschechischer und US-amerikanischer Einheiten geplant. Sie sollen auf dem Truppenübungsplatz Hradiste bei Karlovy Vary (Karlsbad) stattfinden und der Stärkung der Nato-Reaktionsstreitmacht NRF dienen.

Ukraine-Konflikt: Demonstranten-Gruppe „begrüßt“ US-Militärs in der Slowakei

Wie der TV-Nachrichtensender TA3 am Mittwochabend berichtete, protestierte eine Gruppe von Demonstranten mit Slowakei-Fahnen am Grenzübergang gegen die Ankunft der US-Truppen. Das slowakische Verteidigungsministerium hatte schon zuvor beteuert, die Ankunft der US-Truppen hänge nicht mit der Ukraine-Krise zusammen. In der Slowakei zeigen Meinungsumfragen eine überwiegend ablehnende Haltung zu einer US-Militärpräsenz im Land.

Die Nato hatte am Mittwoch auch eine generelle Aufrüstung an ihrer Ostflanke angekündigt. Die Verteidigungsminister der 30 Mitgliedsländer hätten der Militärführung ein Mandat zur Ausarbeitung der Pläne erteilt, erklärte der scheidende Generalsekretär Jens Stoltenberg. Nach seinen Worten geht es um „neue Battlegroups in Ost- und Südosteuropa“. Geplant ist unter anderem die Einrichtung einer neuen multinationalen Gefechtseinheit im Mitgliedstaat Rumänien. Das Land teilt eine gut 600 Kilometer lange Grenze mit der Ukraine. (dpa/fn/AFP)

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