Tränen in den Augen: Katja Pähle, Spitzenkandidatin der SPD in Sachsen-Anhalt, nach dem schlechten Abschneiden ihrer Partei bei der Landtagswahl
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Katja Pähle, Spitzenkandidatin der SPD in Sachsen-Anhalt, nach dem schlechten Abschneiden ihrer Partei bei der Landtagswahl

„Einen geilen Wahlkampf versprochen“

Ergebnis-Tiefschlag in Sachsen-Anhalt: SPD-Kandidatin vergießt auf dem Podium Tränen

  • Kathrin Reikowski
    VonKathrin Reikowski
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Bittere Niederlage für die SPD in Sachsen-Anhalt: Spitzenkandidatin Katja Pähle kann ihre Emotionen nicht zurückhalten - eine Geste ihrer Partei rührt sie zu Tränen.

Magdeburg - Die Spitzenkandidatin der SPD, Katja Pähle, hat bei ihrem Statement zum Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt Tränen in den Augen. Die Enttäuschung bei der SPD ist groß. Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt lag die Partei nach Hochrechnungen um 19 Uhr bei 8,3 Prozent und hat damit 2,3 Prozentpunkte verloren. (Unser Politik-Newsletter hält Sie rund um die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt auf dem Laufenden.)

Dennoch scheint die Unterstützung für die Spitzenkandidatin ungebrochen hoch. Als sie vor ihre Partei tritt, brandet Jubel auf. Und das rührt die 43-jährige Politikerin zu Tränen. „Dankeschön für einen Wahlkampf, den wir mit unglaublicher Solidarität unglaublichem Engagement geführt haben. Ich habe euch einen geilen Wahlkampf versprochen, und den haben wir hingekriegt und das ist euer Verdienst“, sagte sie in Magdeburg. Sie gilt als leidenschaftliche Sozialdemokratin, die sich ehrenamtlich engagiert..

Die SPD nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Kann die GroKo im Bund fortgeführt werden?

Norbert Walter-Borjans, Bundesvorsitzender der SPD, spricht in einer Wahlanalyse auch schon davon, dass die SPD im Bund in die Opposition gehen könne. Es sei schon vor vier Jahren keine leichte Entscheidung gewesen, Partner in der GroKo zu werden. Nach der Bundestagswahl müsse man die Optionen nun neu prüfen und sich „auf die eigenen Themen konzentrieren“.

Aus Sicht der SPD selbst liegt das schlechte Abschneiden auch an einer klaren Polarisierung in Sachsen-Anhalt. Aus Angst vor einem Wahlsieg für die AfD hätten viele Wähler:innen für die Konkurrenzpartei CDU mit Spitzenkandidat Reiner Hasseloff gestimmt. „Weder Rücken- noch Gegenwind“ bedeute das Ergebnis für die Bundestagswahl, so Borjans. Co-Parteichefin Saskia Esken sagte in der ARD, die meisten Menschen hätten „keinen Einfluss der AfD auf die Politik“ haben wollen.

Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Spott und Häme für die SPD

Umfragen und Beobachter:innen zufolge hat die Präsenz und Beliebtheit des amtierenden Ministerpräsidenten Haseloff alle anderen Kandidat:innen in den Schatten gestellt. Insofern ginge die Niederlage zumindest indirekt auch auf Pähles Konto.

„SPD und Linke gemeinsam unter 20 Prozent - das ist schon keine Erosion der Wählerschaft mehr, sondern ein Zerfall“, kommentiert neues Deutschland, eine linksgerichtete Tageszeitung. In einer ARD-Umfrage sehen 70 Prozent der Wähler:innen in Sachsen-Anhalt die SPD als zu weit entfernt von den Sorgen der Bürger:innen an. Satte 79 Prozent sagen, die SPD habe in der Bundespolitik viel versprochen, aber wenig umgesetzt.

In den sozialen Netzwerken gibt es Spott für die SPD, aber auch so etwas wie Mitleid. „Die SPD fährt ihr historisch schlechtestes Ergebnis ein. Konstant wie immer“, twittert etwa die ZDF-heute-Show. „Das ist einfach nur bitter für die SPD“, schreibt eine andere Userin. Katja Pähle dürfte ihr zustimmen. (kat)

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