+
Der Ex-Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU, links) und sein Nachfolger Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) im Reichstag in Berlin.

Sägte Guttenberg seinen Vorgänger Jung ab?

Berlin - Wurden die brisanten Informationen, über die Franz Josef Jung gestürzt ist, von dessen Nachfolger zu Guttenberg der Bild-Zeitung zugespielt? Das mutmaßt der Journalist und Medienberater Michael Spreng.

Lesen Sie dazu:

Jung erklärt seinen Rücktritt

Guttenberg wurden neun Berichte zu Luftangriff vorenthalten

Bundeswehrverbandschef verteidigt Angriff von Kundus

Opposition scheitert mit "Vorladung" Jungs im Bundestag

Schneiderhan: Loyaler oberster Soldat der Bundeswehr

Guttenberg entlässt obersten Bundeswehr-General

Luftangriff: Bericht belastet Minister Jung

Auf seinem Blog „Sprengsatz“ schreibt Spreng unter dem Eintrag „Guttenbergs Befreiungsschlag“: „Der Baron macht sich einen schlanken Fuß. Oder, wie man in der Finanzpolitik sagen würde: er befreit sich von einer Erblast. Die Erblast heißt Franz Josef Jung und dessen Informationspolitik.“ Wie Spreng räsoniert, habe der aktuelle CSU-Verteidigungsminister keine Lust, für die Fehler seines Vorgängers Jung haftbar gemacht zu werden und aus Parteiräson einen Fehlstart im neuen Amt hinzulegen. Spreng weiter: „Nur so ist erklärbar, dass die brisanten Enthüllungen über das Bombardement der Tankwagen in Kundus in die BILD-Zeitung gelangen konnten. Dafür gibt es nur wenige Quellen und eine heißt zu Guttenberg (oder wen er auch immer damit beauftragt hat).“ Diese Indiskretion sei zwar nicht nett von Guttenberg, aber verständlich, schreibt Spreng. Und weiter: „Den Afghanistan-Krieg zu verteidigen, ist auch ohne die Erblast schon schwer genug.“

Wer ist Michael Spreng?

Er kennt die innersten Kreise des politischen Berlin: Michael Spreng (Mitte) im Januar 2002 mit dem damaligen CDU/CSU Kanzlerkandidaten, Edmund Stoiber, und der CDU-Parteichefin Angela Merkel.

Michael Spreng gilt als renommierter Journalist und Medienkenner. Er arbeitete selbst als Redakteur für die „Bild“-Zeitung. Als Chefredakteur leitete er die Boulevard-Blätter „Kölner Express“ und „Bild am Sonntag“. Im Jahr 2002 war Spreng Wahlkampfleiter für Edmund Stoiber. Danach war er für den späteren CDU-Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers Medienberater sowie Redaktionsleiter der Talkshow Menschen bei Maischberger.

Der blutige Angriff in Kundus

Der blutige Angriff in Kundus

fro

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Nawalny: Nach Video mit brisantem Inhalt schießt Kreml zurück - dramatische Details zu aktuellem Gesundheitszustand
Nawalny: Nach Video mit brisantem Inhalt schießt Kreml zurück - dramatische Details zu aktuellem Gesundheitszustand
Moria-Brand: Merkel platzt in Sitzung der Kragen - Klartext zu EU-Politik - „Muss man nüchtern feststellen“
Moria-Brand: Merkel platzt in Sitzung der Kragen - Klartext zu EU-Politik - „Muss man nüchtern feststellen“
Polizeiskandal in NRW: Böhmermann löscht Seehofer-Tweet - „drei schlimme Wörter“ - ZDF reagiert
Polizeiskandal in NRW: Böhmermann löscht Seehofer-Tweet - „drei schlimme Wörter“ - ZDF reagiert
Trump irritiert mit Aussage zu „Waldstädten“ und „explodierenden Bäumen“ in Österreich - Reaktion folgt prompt
Trump irritiert mit Aussage zu „Waldstädten“ und „explodierenden Bäumen“ in Österreich - Reaktion folgt prompt

Kommentare