+
Antonis Samaras kommt am Sonntag nach

Bayern-Besuch: Samaras erwartet Neuanfang

München - Der griechische Premierminister Antonis Samaras erwartet von seinem Besuch bei Horst Seehofer (CSU) am Sonntag (9. Dezember) einen Neuanfang der Beziehungen zwischen den beiden Ländern.

 

Der griechische Premierminister Antonis Samaras erwartet von seinem Besuch bei Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer am Sonntag einen "Neuanfang" der Beziehungen zwischen den beiden Ländern. "Ich komme als Freund", sagte Samaras in einem Interview mit dem MÜNCHNER MERKUR (Wochenendausgabe). Er sei zuversichtlich, dass das Treffen mit Seehofer das Verständnis zwischen Bayern und Griechenland verbessern werde, sagte er. "Wir sind Partner, teilen dieselben Werte und Ideale. Wir haben nichts voreinander zu verbergen, aber eine Menge zu gewinnen, wenn wir mehr miteinander sprechen. Ich freue mich auf einen Neuanfang in unseren Beziehungen", sagte der griechische Premierminister dem MÜNCHNER MERKUR.

In den vergangenen Monaten hatten Forderungen führender CSU-Politiker nach einem Ausschluss Griechenlands aus der Eurozone das Verhältnis belastet. Samaras betonte seine Entschlossenheit, alle mit der Troika vereinbarten Maßnahmen umzusetzen. "Unser klares Ziel ist es, eine Pleite zu vermeiden. Wir wollen als Staat unsere Kreditwürdigkeit zurückerlangen – politisch und wirtschaftlich. Das ist ein harter Kampf. Aber wir werden ihn gewinnen, es wird eine Erfolgsstory werden, für Griechenland und ganz Europa. In der Zwischenzeit ist es unsere Aufgabe, uns in jeder Hinsicht als verlässlich zu erweisen."

Samaras kündigte an, die Justiz des Landes werde Steuerhinterziehungsvorwürfe gegen die Familie des früheren sozialistischen griechischen Premierministers Papanedreou gründlich aufklären, warnte aber vor Vorverurteilungen. Zugleich kündigte er an, die Regierung werde hart gegen Steuersünder durchgreifen. Die dazu nötigen Gesetze würden gerade formuliert. Samaras zeigte sich zuversichtlich, dass sein Land nächstes Jahr die Talsohle der Krise hinter sich lassen werde und Ende 2013 einen Aufschwung erleben werde. Schon jetzt gebe es ermutigende Signale. So würden die Spareinlagen griechischer Bürger bei den Banken des Landes wieder steigen. In der Rangliste der wettbewerbsfähigsten Länder habe Griechenland zuletzt elf Plätze gutgemacht. "Die Psychlogie ändert sich bereits", sagte Samaras.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Nach Wahlpleite: CSU streitet um Seehofers Zukunft
In Bayern wächst der Druck auf CSU-Chef Horst Seehofer. Immer mehr Kritiker fordern wegen des Stimmverlusts seinen Rücktritt und wollen ausgerechnet seinen größten …
Nach Wahlpleite: CSU streitet um Seehofers Zukunft
CSU drängt CDU zu Wahl-Konsequenzen - Dämpfer für Kauder
Bricht nach dem dicken Minus bei der Bundestagswahl wieder interner Ärger zwischen den Unionsparteien auf? Auf Drängen der CSU soll nun gemeinsam über Lehren beraten …
CSU drängt CDU zu Wahl-Konsequenzen - Dämpfer für Kauder
Alternativer Nobelpreis ehrt Kämpfer für Menschenrechte
Der Alternative Nobelpreis zeichnet die aus, die bei den offiziellen Nobelpreisen oft durchs Raster fallen. Kämpfer für Menschenrechte, Umweltschutz und Frieden mit …
Alternativer Nobelpreis ehrt Kämpfer für Menschenrechte
Kommentar zu Seehofer: Untot oder lebendig
Nach den Gesetzen der politischen Schwerkraft müsste Horst Seehofer eigentlich bereits seinen Hut genommen haben. Doch die CSU fürchtet eines mehr als einen untoten …
Kommentar zu Seehofer: Untot oder lebendig

Kommentare