Bei Maischberger wurde in dieser Woche über die US-Wahl diskutiert.
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Bei Maischberger wurde in dieser Woche über die US-Wahl diskutiert.

Der US-Wahlkrimi hält die Welt in Atem

US-Wahl: Trumps Ex-Berater bei Maischberger entsetzt - Wagenknecht provoziert mit Huldigung des Präsidenten

Die US-Wahl hält die Welt weiterhin in Spannung. Bei „Maischberger. die woche“ ging es um die Folgen des erbitterten Wahlkampfes.

  • Maischberger lädt zur Diskussion über die US-Wahl - das sind die spannendsten Positionen:
  • Ex-Sicherheitschef John Bolton: Donald Trump kann nicht zwischen persönlichen Zielen und Aufgaben als Präsident unterscheiden
  • Gayle Tufts attestiert Trump ein Reality-Star-Gehabe
  • Sahra Wagenknecht outet sich als Trump-Anhängerin

„Maischberger. die woche“ - diese Gäste diskutierten mit: 

  • John Bolton - ehemaliger Sicherheitsberater von Donald Trump
  • Alexander Graf Lambsdorff (FDP) - stellv. Vorsitzender Bundestagsfraktion
  • Sahra Wagenknecht (Linke) - Bundestagsabgeordnete
  • Christian Hacke - Politikwissenschaftler
  • Ansgar Graw - Herausgeber „The European“
  • Gayle Tufts - deutsch-amerikanische Entertainerin
  • Kenton E. Barnes - Democrats Abroad Germany
  • Ralph Freund - Republicans Abroad Germany

US-Korrespondent Ansgar Graw stellt gleich zu Beginn der Sendung klar: „Ich habe das vorausgesagt, Trump wird sich als Sieger deklarieren.“ Das sei Trumps „Wahlkampf-Mittel!“ Entertainerin Gayle Tufts wirft später ein: Donald Trump agiere als Politiker, wie er es aus seiner Rolle als erfolgreicher Reality-Star kenne. Sein Motto sei: Immer für Überraschung sorgen, um die Zuschauer am Bildschirm zu halten. Trump war in 14 Staffeln von „The Apprentice“ („Der Lehrling“) im US-TV zu sehen.

US-Wahl 2020: Kritische Worte bei „Maischberger“ gegen Biden - der Herausforderer sei kein „Burner“

In der ersten Diskussionsrunde ist man sich schnell einig: Egal, wer gewinnt, es wird haarscharf. Politikwissenschaftler Christian Hacke kommentiert nüchtern: „Biden ist auch kein Burner“. Der Trump-Herausforderer habe zweimal versucht, Präsident zu werden, auch beim letzten Mal gelogen und „ist ein Mann von 77 Jahren, also da ist auch nicht mehr viel Temperament und Courage.“

Alexander Graf Lambsdorff (FDP) bringt es später noch pointierter auf den Punkt: „Wenn Biden gewinnt und sich in vier Jahren auch noch zur Wiederwahl stellt, ist er über 80 Jahre alt“, sagt er. „Das hat bisher nur Konrad Adenauer geschafft!“

US-Wahl 2020: John Bolton stellt bei „Maischberger“ klar: Trump kann nicht den Supreme Court einschalten

Aus Washington wird John Bolton, ehemaliger US-Sicherheitsberater Donald Trumps und inzwischen einer seiner größten Kritiker, zugeschaltet. Der Republikaner bringt seinen Unmut über Trumps vorschnelle Ankündigungen zum Sieg deutlich zum Ausdruck und stellt klar, Trump kann weder den Supreme Court direkt anrufen, noch die Wahlen stoppen.

Der amtierende Präsident verstehe offensichtlich das US-System nicht. Trump schaffe sich wie immer seine „eigene Welt“. Bolton: „Trump kann nicht unterscheiden zwischen seinen persönlichen Zielen und seinen Aufgaben als Präsident.“

Der Sicherheitsberater erinnert daran, dass Trump bei der Wahl 2016 auch erst nach einigen Tagen zum Wahlsieger ernannt worden war - vorher sah Clinton wie die Siegerin aus. Es wird auch dieses Mal dauern, bis alle Stimmabgaben ausgezählt sind.

„maischberger. die woche“ - wieso wählten so viele Afro-Amerikaner Trump?

In der anschließenden Diskussionrunde treffen zwei in Deutschland lebende US-Amerikaner aufeinander. Kenton E. Barnes von den Demokraten und Ralph Freund von den Republikanern. In einem Punkt sind sie sich einig: Keiner der beiden ist ein Trump-Anhänger.

Barnes, ein dunkelhäutiger US-Bürger, ist entsetzt über 12 Prozent der Afro-Amerikaner, die für Trump gestimmt haben: „Ich bin fassungslos. Er hat nichts für uns getan.“. Das sieht auch der Republikaner so und weiß auch keine schlüssige Erklärung dafür. Falls Trump die Wahl doch noch gewinne, sieht er ein zweites Handelsabkommen mit China auf dem Plan, eine Gesundheitsreform und auch ein neues Handelsprogramm mit der EU. Wenn Trump verliert, glaubt Freund nicht an einen Aufruf zum politischen Ungehorsam: „Ich denke, er wird von der politischen Bildfläche verschwinden.“

In der letzten Diskussionsrunde knallt’s bei „Maischberger“ zwischen Wagenknecht und Lambsdorff

Sicherheitsberater John Bolton hatte die Frage nach einem Bleiben der USA in der NATO in den Raum gestellt. Diese entzündet nun zwischen dem FDP-Abgeordneten Alexander Graf Lambsdorff und Linke-Genossin Sahra Wagenknecht ein Wortgefecht.

Wagenknecht - ganz in Rot gekleidet - begrüßt es, wenn US-Truppen abgezogen werden würden. „Das ist doch gut“, so Wagenknecht. „Ich finde nicht, dass wir die Truppen hier brauchen.“ Und verweist zusätzlich auf den US-Drohnenkrieg, der zum Teil von Rammstein aus gesteuert würde und in Deutschland illegal sei. Auch die Forderungen aus Washington nach größeren Investitionen in den deutschen Verteidigungsetat halte sie für das falsche Signal.

Wagenknecht lobt Trump bei „Maischberger“ für die Schaffung neuer Arbeitsplätze

Da platzt Lambsdorff der Kragen: „Wie stellen Sie sich eigentlich Deutschlands Position weltweit vor?“ Deutschland brauche eine Rückversicherung. „Russland hat gerade Mittelstreckenraketen stationiert, die Atomsprengköpfe haben und uns bedrohen“, warnt er.

Gestritten wird auch über Biden. Wagenknecht lobt Trumps Wirtschaftspolitik: „Immerhin sind 500.000 Industriearbeitsplätze neu dazugekommen. Und er war der erste seit vielen Jahren, der den Leuten, die keinen Hochschulabschluss haben und einfache Jobs brauchen, das Gefühl gegeben hat, er nimmt ihre Sorgen ernst.“ Biden stünde dagegen als „ein vehementer Verfechter des Irak-Krieges“ für die falsche Außenpolitik.

Lambsdorff kontert: „Frau Wagenknecht, da bin ich fundamental anderer Meinung. Biden wäre ein Partner. Er weiß um den Wert von Freundschaften, von Bündnissen. Er weiß, dass Freunde Amerika stark machen.“ Maischberger muss eingreifen und den Streit beenden - auch weil Joe Biden ein Statement ankündigt hat.

Fazit von „maischberger. die woche“

Viel Informationsdichte, allerdings wenig Neues. Bis auf Wagenknecht waren die Gäste gegen Trump. Das Trump-Paradoxon klären, was seine Faszination - trotz der weltweiten Kritik an seiner Person - und den Zuwachs an Wählerstimmen ausmachen, konnte diese Runde nicht.

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