Sankt Nikolaus ist auch Patron der Seefahrer

- Bremen - Ein wallender Rauschebart, ein roter Mantel und der geschulterte Sack voll Leckereien - so kennen alle Kinder den Nikolaus. Am 6. Dezember oder am Vorabend füllt er die Stiefel der Kinder mit Nüssen, Spekulatius oder Lebkuchen.

Update vom 5. Dezember 2016: Am Nikolaustag am 6. Dezember 2016 beschenkt der Heilige Nikolaus die Kinder. Wir haben zusammengefasst, was Sie zum Heiligen Nikolaus und den Bräuchen wissen müssen.

Der heilige Nikolaus, der auch als Vorbild für den Weihnachtsmann gilt, hört in der ganzen Welt auf vielerlei Namen. Ob Santa Claus, Père Noel oder Sinterklaas - die Botschaft ist immer gleich: Die artigen Kinder werden belohnt, die Unartigen müssen dagegen mit einem leeren Stiefel oder gar der Rute rechnen.

Als historisches Vorbild dient der Bischof Nikolaus von Myra, der im vierten Jahrhundert auf dem heutigen Gebiet der türkischen Mittelmeerküste lebte. "Der uns bekannte Nikolaus trägt gleichzeitig Züge vom Bischof von Siron, so dass die Geschichten beider Personen untrennbar zur Figur des Nikolaus verwoben sind", sagt Manfred Becker-Huberti, Theologe und religiöser Volkskundler vom Erzbistum Köln. Der Name Nikolaus kommt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt "Sieger aus dem Volk". Des ihm zugeschriebenen Todestags, des 6. Dezember, wird in Deutschland etwa seit dem zehnten Jahrhundert gedacht. "Das ursprüngliche, aber heute kaum mehr gebräuchliche Kostüm des Nikolaus besteht aus einem goldenem Mantel, der Bischofsmütze Mitra und dem Hirtenstock", sagt Becker-Huberti.

"Der Brauch, wonach Kindern in der Nacht eine Gabe gebracht wird, geht auf die bekannteste aller Legenden mit den drei goldenen Kugeln zurück", weiß Sabine Wienker-Piepho, Professorin für Völkerkunde an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität. Die Geschichte handelt vom Vater und dessen drei Töchtern. Der Vater hatte kein Geld, um die Mitgift für die Töchter zu zahlen und konnte sie deswegen nicht verheiraten. Er sah keinen anderen Ausweg als sie zu verkaufen. Nikolaus brachte jedoch in der Nacht heimlich drei goldene Kugeln, so dass die Mädchen gerettet waren. Nikolaus wird daher als Wohltäter verehrt, der über Nacht Gutes bringt. "In christlichen Darstellungen wird er deshalb oft mit drei goldenen Kugeln abgebildet", sagt Wienker-Piepho.

Eine zweite wichtige Aufgabe, die der Nikolaus seit Jahrhunderten erfüllt, ist jedoch nur den wenigsten bekannt. Der heilige Nikolaus ist gleichzeitig der Schutzpatron der Seeleute. Der Legende nach rettete ein zunächst Unbekannter Seefahrer aus einem Sturm, indem er die Wogen glättete und ihr Schiff sicher in den Hafen von Myra steuerte. Danach war er plötzlich verschwunden. Als die Männer in die Kirche gingen, um Gott für dieses Wunder zu danken, erkannten sie im Bischof von Myra ihren Retter wieder.

Bis heute gibt es deshalb in fast allen Hafenstädten eine Nikolaikirche, und der Nikolaus wurde so zum Schutzpatron der christlichen Seefahrt. "Auch Binnenschiffer und Kaufleute wählten ihn daraufhin zu ihrem Schutzheiligen, so dass auf vielen Schiffen Nikolaus-Ikonen zu finden sind", weiß Becker-Huberti. "Noch heute glauben die Seefahrer, dass die Strecke zwischen Myra und Süditalien, auf der einst die Gebeine des heiligen Nikolaus transportiert wurden, die Sicherste der Welt ist", sagt Wienker-Piepho.

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