1. Startseite
  2. Politik

Sanktionen gegen Russland: EU friert Milliarden ein, Kreml orientiert sich an neuen Kohle-Märkten

Erstellt:

Kommentare

Ein Kohlekraftwerk in Novorossiysk in Russland
Kohle ist ein wichtiges russisches Exportgut. Nachdem in der EU über den Kohleaustritt debattiert wird, will der Kreml sich um andere Märkte umsehen © IMAGO/Vitaly Timkiv

Die EU friert rund 30 Milliarden Euro aus russischen und belarussischen Vermögenswerten ein. Als Reaktion auf die zahlreichen Sanktionen, besonders in der Kohle-Industrie, will Russland sich nun auf anderen Märkten orientieren.

Brüssel/Moskau - EU-Staaten haben wegen des Ukraine-Kriegs Vermögenswerte in Höhe von rund 30 Milliarden Euro von sanktionierten Personen und Einrichtungen aus Russland und Belarus eingefroren. Darunter seien Schiffe, Hubschrauber, Immobilien und Kunst, teilte die EU-Kommission am Freitag in Brüssel mit. Zudem seien Überweisungen in Höhe 196 Milliarden Euro blockiert worden. Bislang gebe es jedoch nur Angaben von gut der Hälfte der 27 EU-Ländern. Die Staaten seien noch dabei, die Informationen zusammenzustellen und auszutauschen.

Vergangenen Monat hatte die Kommission mitgeteilt, eine EU-Sondereinheit solle das Vermögen russischer und belarussischer Oligarchen aufspüren, die den Krieg in der Ukraine finanzieren. Die Sondereinheit bestehe aus Kontaktpersonen jedes EU-Lands. Die Task Force soll eine Plattform bieten und den Staaten bei der Koordinaten helfen, um die Vermögenswerte von russischen und belarussischen Oligarchen einzufrieren beziehungsweise zu beschlagnahmen.

Reaktion auf EU-Sanktionen: Russland will Kohleexporte auf andere Märkte verteilen

Russland will nach den Sanktionen der EU gegen Kohleimporte aus dem Riesenreich künftig andere Märkte in den Blick nehmen. «Kohle ist nach wie vor ein gefragtes Gut. Die Kohlelieferungen werden in Abhängigkeit davon, wie Europa auf den Konsum verzichtet, auf andere Märkte umgeleitet», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zuvolge am Freitag. Die EU hatte sich zuvor wegen Russlands Krieg gegen die Ukraine auf ein Embargo für Kohlelieferungen ab August verständigt.

Zugleich bekräftigte Peskow die Hoffnung, dass der Krieg in dem Nachbarland in absehbarer Zeit beendet werden könne. Die Ziele der «Spezial-Operation» würden erreicht, es gebe Fortschritte sowohl auf militärischer Ebene, als auch bei den Verhandlungen, sagte er. Allerdings relativierte er zugleich seine Aussage vom Donnerstag, der Krieg werde «innerhalb einiger Tage» beendet sein. Am Freitag sprach er nur noch von einem Ende der Kämpfe «in absehbarer Zukunft».

Peskow hatte am Vortag im Gespräch mit dem britischen Fernsehsender Sky News erstmals eingeräumt, dass die russischen Streitkräfte im Laufe der Kampfhandlungen «signifikante Verluste erlitten» hätten. Er sprach in dem Zusammenhang von einer «Tragödie». Konkrete Zahlen nannte der Kremlsprecher nicht. Die russische Militärführung hatte zuletzt vor Wochen von 1351 getöteten eigenen Soldaten gesprochen. Peskow meinte am Freitag, er habe sich bei seiner Bewertung der Verluste auf die Zahlen der Militärführung bezogen. (dpa9

Auch interessant

Kommentare