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Sarrazin verteidigt sich: Böswillige Interpretation

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Berlin - Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin hat sich gegen die Empörung wegen seiner Kritik an muslimischen Zuwanderern verteidigt und bestimmte Vorwürfe zurückgewiesen. Welche Fehler er einräumt:

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Er bestritt, andere als kulturelle Gründe dafür angeführt zu haben, dass er den Muslimen Integrationsunwilligkeit bescheinigt. Es kämen “ethnische Gründe für dieses Anderssein nicht in Frage“, sagte das SPD-Mitglied der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Montag). An diesem Montag will er sein Buch “Deutschland schafft sich ab“ vorstellen. “Die Unterstellung, ich hätte irgendwo in diesem Buch behauptet, muslimische Migranten seien aus genetischen Gründen anders, die hat mich schon betroffen gemacht. Es ist eine böswillige Interpretation.“

Er räumte aber “einen lässlichen didaktischen Mangel“ ein: “Ich hätte vielleicht noch stärkere Trennlinien zwischen unterschiedlichen Argumentationssträngen ziehen sollen.“ Seine These, Integrationsprobleme lägen an Kultur und Religion, stufte Sarrazin nun als “Vermutung“ ein.

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Die Forderungen an die Bundesbank, Sarrazin rauszuwerfen, rissen aber nicht ab. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am

Sonntagabend gesagt, die Bank werde sicher über Sarrazin sprechen. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), sagte im ARD-“Morgenmagazin“: “Die Bundesbank ist jetzt am Zug.“ Der frühere Vizepräsident des Zentralrats der Juden, Michel Friedman, sagte dem “Hamburger Abendblatt“ (Montag), die Bundesbank mache sich angreifbar, solange Sarrazin in ihrer Mitte sei. Sarrazin will an seiner SPD-Mitgliedschaft festhalten, obwohl ein neues Ausschlussverfahren geprüft werden soll. “Ich habe vor, das SPD-Parteibuch mit ins Grab zu nehmen“, sagte er der “FAZ“. Spekulationen, er könnte eine neue Partei gründen, wies er zurück: “Etwas Neues habe ich nicht mehr vor.“ Parteigründungen endeten “fast immer so, dass sich dort sehr schnell die Spinner aller Coleur versammeln“.

dpa

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