+
Die Internet-Satirezeitung "Der Postillon" hat sich vorübergehend zu "Der Pofalla" umbenannt.

Bewusst falsch datiert

"Postillon" narrt Leser mit Pofalla-Meldung

Fürth - Die Satireseite "Postillon" nutzt Ronald Pofallas möglichen Wechsel zur Bahn für sich: Angeblich hatte sie die Nachricht schon vor allen anderen - auch das ist nur ein Scherz.

Mit der Behauptung, er habe den möglichen Wechsel von Ronald Pofalla zur Bahn als Erster gemeldet, hat Satiriker Stefan Sichermann viele Internetnutzer an der Nase herumgeführt. Er datierte am Donnerstag einen Bericht über den CDU-Politiker in seinem Online-Satireblatt „Der Postillon“ um einen Tag zurück - und behauptete, andere Medien seien nach ihm auf die Story aufgesprungen. Viele Nutzer von Twitter und Facebook wollten lieber dem Spaßmacher als den etablierten Medien glauben.

Sie hielten die Nachricht, dass Pofalla als Vorstandsmitglied der Deutschen Bahn im Gespräch sei, prompt für einen von Sichermanns Scherzen. Andere reagierten verunsichert. Einige Internetnutzer gingen der Sache schließlich genauer nach und wurden fündig: Anhand eines Zeitstempels auf einem automatisierten Nachrichtenfeed (RSS-Feed) lässt sich nachvollziehen: Sichermann hatte die Satire erst am Donnerstagabend ins Netz gestellt - nach den ersten Medienberichten. Am Donnerstagmorgen hatte die Saarbrücker Zeitung "unter Berufung auf gut unterrichtete Kreise in Berlin" den Wechsel gemeldet.

Wechsel bislang weder dementiert noch bestätigt

Ob der frühere Kanzleramts-Chef indes tatsächlich zu dem staatlichen Konzern wechselt, ist völlig offen: Der Bund wollte hierzu vorerst nicht Stellung nehmen. Dazu müsste dies erst einmal eine Angelegenheit des Aufsichtsrats werden, sagte ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums am Freitag in Berlin.

Der stellvertretende Regierungssprecher Georg Streiter sagte: „Es gibt zur Zeit keinerlei Entscheidungsnotwendigkeit.“ Er hob hervor, dass Pofalla dem Kabinett nicht mehr angehöre. Es handelte sich also nicht um einen direkten Wechsel aus einem Amt in ein anderes. Was Pofalla tue oder nicht tue, liege nicht in der Hand der Bundesregierung.

Diese Politiker wechselten in die Wirtschaft

Diese Politiker wechselten in die Wirtschaft

Ronald Pofalla war beim "Postillon", der sich aus aktuellem Anlass "Der Pofalla" nennt, bereits scherzhaft als Pressesprecher der NSA im Gespräch.

Sichermanns Satirezeitung gibt es seit fünf Jahren. Die Zugriffszahlen des Blogs steigen seither stetig. Dieses Jahr erhielt „Der Postillon“ (Kürzel: dpo) den Grimme Online Award.

dpa

Lesen Sie dazu auch:

Wechsel zur DB? Heftige Kritik an Pofalla

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Brexit naht: Was heißt das für den deutschen Bürger?
London - Die EU bestimmt die Zusammenarbeit von 28 Staaten. Die Briten wollen künftig ihr eigenes Ding machen. Am Dienstag will Premierministerin Theresa May erklären, …
Brexit naht: Was heißt das für den deutschen Bürger?
Amri war nahezu wöchentlich Thema bei Behörden
Berlin (dpa) - Der Berliner Weihnachtsmarkt-Attentäter Anis Amri ist seit Ende 2015 nahezu wöchentlich Thema bei deutschen Behörden gewesen. Dies geht aus einer …
Amri war nahezu wöchentlich Thema bei Behörden
Trump-Interview: Sorgen über US-Kurs in Berlin und Brüssel
Der künftige US-Präsident Trump redet in einem Interview sein Land groß, die EU und die Nato dagegen klein. Auch deutsche Autobauer müssen sich wohl warm anziehen. In …
Trump-Interview: Sorgen über US-Kurs in Berlin und Brüssel
Erdogan könnte bis 2034 an der Macht bleiben
Ankara - Erdogans Verfassungsreform hat bislang alle erforderlichen Mehrheiten im Parlament erzielt. Nun geht sie in die entscheidende zweite Wahlrunde. Die Opposition …
Erdogan könnte bis 2034 an der Macht bleiben

Kommentare