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Thomas Sattelberger kritisiert den Umgang unter Politikern.

Ex-Manager kritisiert Politik

Bundestagsabgeordneter kritisiert: Politiker rücksichtsloser als Manager

Der FDP-Bundestagsabgeordnete und frühere Spitzenmanager Thomas Sattelberger kritisiert einen „Sozialdarwinismus“ im politischen Karrierebetrieb.

Berlin - Der FDP-Bundestagsabgeordnete und frühere Spitzenmanager Thomas Sattelberger hat einen „Sozialdarwinismus“ im politischen Karrierebetrieb kritisiert. „Manager arbeiten auch nicht mit Samthandschuhen - aber die Rücksichtslosigkeit in der Politik ist größer“, sagte der 69-Jährige der Deutschen Presse-Agentur in Berlin mit Blick auf den Umgang mit Spitzenpolitikern wie Andrea Nahles

Sozialdarwinismus ist vereinfacht gesagt die Theorie einer Gesellschaft, in der das Recht des Stärkeren gilt.

„In der Wirtschaft geht es zivilisierter zu“

Sattelberger sitzt seit 2017 für die FDP im Bundestag und war zuvor unter anderem Personalvorstand bei Continental und der Telekom. „In der Wirtschaft geht es zivilisierter zu“, sagte Sattelberger. „Viele Unternehmen legen sehr großen Wert auf Teamarbeit und eine Feedbackkultur - das ist in der Politik wenig ausgeprägt.“

Reaktion auf Nahles‘ Rücktritt

Nahles hatte am Sonntag nach der SPD-Pleite bei der Europawahl ihren Rücktritt von der Partei- und Fraktionsspitze angekündigt. Auch ihr Bundestagsmandat will sie niederlegen.

Sattelberger sagte, viele Spitzenpolitiker hätten ihr ganzes Leben der Politik verschrieben. „Da braucht es Härte, um im Haifischbecken der Berufspolitiker zu überleben. Um aus dieser Karriereeinfalt auszubrechen, müssen Parteien ihre zum Teil antiquierten Strukturen und Entscheidungsprozesse überdenken sowie ein gutes Talentmanagement überhaupt erst aufbauen.“ Und es brauche mehr Wechsel etwa aus der Wirtschaft und Wissenschaft ins Parlament.

Sattelberger kritisiert Juso-Chef

Scharfe Kritik äußerte Sattelberger an Juso-Chef Kevin Kühnert. „Kühnert hat in seinem Berufsleben fast nichts anderes gemacht als Parteipolitik. Er hat Nahles mit seiner Dauerkritik an der großen Koalition den Dolch in den Rücken gestoßen - und nun sagt er, er schäme sich für den Stil in der Partei. Wie zynisch. Das ist ein Skandal.“

Zwei Wochen vor der Landtagswahl bereiten sich die Parteien hinter den Kulissen bereits auf mögliche Koalitionsverhandlungen vor. Nach Informationen des Münchner Merkur strebt die FDP ein kombiniertes Ministerium für Wirtschaft und Innovation (Digitalisierung) an.*

dpa

*merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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