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Die Hungersnot im Jemen ist allgegenwärtig - auch das Wasser ist knapp. 

Bürgerkrieg tobt noch immer

Hungersnot: Saudi-Arabien lockert Blockade gegen Jemen

Die humanitäre Lage im Bürgerkriegsland Jemen ist schon seit Monaten katastrophal. Nachdem Rebellen in dem Land eine Rakete Richtung Riad abfeuerten, zog Saudi-Arabien die Daumenschrauben weiter an.

Aden - Die von Saudi-Arabien geführte Koalition hat eine Anfang der Woche verhängte Blockade der Flug- und Seehäfen des Bürgerkriegslandes Jemen teilweise aufgehoben. Nachdem bereits der Seehafen im südjemenitischen Aden wieder geöffnet worden war, kündigte der jemenitische Verkehrsminister Murad al-Halimi auch die Öffnung der Flughäfen in den Städten Aden und Saijun an. Die Fluggesellschaft Yemenia Airways konnte ihre Flüge am Sonntag jedoch nicht wie geplant wieder aufnehmen, weil die Militärkoalition die nötigen Genehmigungen zunächst nicht erteilt habe.

Das Bündnis hatte die Flug- und Seehäfen am Montag geschlossen. Sie reagierte damit auf einen Angriff der schiitischen Huthi-Rebellen am Wochenende auf die saudische Hauptstadt Riad mit einer Rakete. Die Rakete war abgefangen worden. Die Koalition argumentierte, mit der Blockade sollten Waffenlieferungen des schiitischen Irans an die Huthis unterbunden werden.

Mehr als 20 Millionen Menschen sind demnach auf humanitäre Hilfe angewiesen

Hilfsorganisationen warnten jedoch, die Blockade verschlimmere die ohnehin schon dramatische humanitäre Lage im Jemen noch weiter. Dem Land drohe eine der größten Hungerkatastrophen weltweit. Mehr als 20 Millionen Menschen sind demnach auf humanitäre Hilfe angewiesen. Weiterhin geschlossen bleibt der für internationale Hilfslieferungen wichtige Hafen Hudaida im Westen des Landes.

Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) warf Saudi-Arabien vor, im Jemen einen „skrupellosen Stellvertreterkrieg“ zu führen. Damit werde „ein ganzes Land in Geiselhaft gnadenloser Machtpolitik genommen“. Die Grünen-Politikerin sagte, Millionen Menschen seien vom Hungertod bedroht, Epidemien breiteten sich aus, Millionen Jemeniten seien auf der Flucht. Deutschland dürfe keine Rüstungsgüter mehr an Saudi-Arabien liefern, „das den Jemen seit drei Jahren zerbombt und zuletzt mit einer Blockade völlig ausgehungert“ habe.

Im Jemen tobt seit rund drei Jahren ein blutiger Bürgerkrieg, der auch ein Stellvertreterkonflikt zwischen den Erzrivalen Saudi-Arabien und Iran ist.* Teheran unterstützt die Huthis, die große Teile im Westen des Landes kontrollieren, wo auch ihr Hauptsiedlungsgebiet ist. Das von Saudi-Arabien angeführte Bündnis bombardiert seit Frühjahr 2015 regelmäßig Stellungen der Rebellen. Auch die sunnitische Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) hat Teile des Landes in ihrer Gewalt.

dpa

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