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Kontrollen während des Liga-Gipfels im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich. Foto: Khaled Elfiqi

Kampf gegen Rebellen

Saudi-Arabien stimmt auf langen Krieg im Jemen ein

Sanaa/Scharm el Scheich - Den dritten Tag in Folge bombardieren arabische Kampfjets Stellungen schiitischer Rebellen im Jemen. Bei einem Gipfeltreffen in Ägypten stehen die Zeichen auf Krieg. Im Visier ist auch ein anderer Feind.

Saudi-Arabiens König Salman hat die arabischen Staaten auf einen langen Krieg im Jemen eingeschworen.

Die Luftschläge der von seinem Land angeführten Allianz gegen Huthi-Rebellen würden solange fortgesetzt, bis der Jemen wieder stabilisiert sei, sagte Salman auf einem Gipfeltreffen der Arabischen Liga am Samstag im ägyptischen Scharm el Scheich.

Jemens von den Huthis entmachteter Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi beschuldige den Iran, er sei für das Chaos in seinem Land verantwortlich. Die Huthis nannte er "Handlanger des Irans". Die Luftschläge müssten weitergehen, "bis sich die Huthi-Bande ergibt".

Die schiitischen Huthi-Rebellen haben in den vergangenen Monaten große Teile des Landes und die Hauptstadt Sanaa unter ihre Kontrolle gebracht. In dieser Woche stießen sie bis in die südjemenitische Hafenstadt Aden vor. Dorthin war Präsident Hadi vor den Aufständischen geflohen, bis er sich jetzt nach Saudi-Arabien absetzte. Hadi bat die arabischen Nachbarländer, in den Konflikt einzugreifen. Seit Donnerstag bombardiert eine von Saudi-Arabien angeführte Allianz arabischer Länder Stellungen der Rebellen und ihrer Verbündeten.

Vor allem das saudische Königshaus will einen Machtzuwachs Teherans am Golf unbedingt verhindern. "Die Huthi-Miliz hat fremde Kräfte hervorgerufen, um die Sicherheit einer ganzen Region zu schwächen", sagte König Salman mit Blick auf den Iran.

Die Jemen-Krise gilt als erste große Bewährungsprobe für den neuen saudischen Monarchen. Der 79-Jährige war im Januar seinem verstorbenen 90-jährigen Halbbruder Abdullah auf den Thron gefolgt.

Das sunnitische saudische Königshaus und der schiitische Iran sind derzeit die größten Rivalen im Nahen Osten - im Jemen führen beide eine Art Stellvertreterkrieg. Zum Ärger des saudischen Königshauses mischt sich der Iran auch in die Konflikte im Irak und in Syrien ein. Riad befürchtet außerdem eine Annäherung zwischen den USA und dem Iran, falls es einen erfolgreichen Abschluss der Atomverhandlungen geben sollte.

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) starben als Folge der Luftschläge bereits Dutzende Menschen. Allein in der Hauptstadt Sanaa seien bis zu 34 Menschen ums Leben gekommen, teilte HRW am Samstag mit. Elf Tote seien bereits identifiziert worden, unter ihnen zwei Frauen und zwei Kinder. Augenzeugen berichteten der Deutschen Presse-Agentur, viele Menschen würden in Panik aus Sanaa fliehen. Laut der jemenitischen Nachrichtenseite "Al-Masdar Online" erlebte Sanaa in der Nacht zum Samstag das bislang schlimmste Bombardement seit Beginn der Angriffe.

dpa

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