CSU-Antrag: Radfahrer wie Autofahrer behandeln

Schärfere Promillegrenze für Radler?

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München – Kurz vor Beginn der Biergartensaison fordern Teile der CSU-Fraktion im Landtag die Herabsetzung der Promillegrenze für Radfahrer.

Ein entsprechender Antrag soll am Donnerstag im Verkehrsausschuss diskutiert werden. Brisant: Das CSU-geführte und für Verkehr zuständige Innenministerium hält nicht viel von dem Vorstoß. „Wir sehen das skeptisch“, sagte ein Sprecher.

In ihrem Antrag fordert die CSU-Fraktion, dass künftig für Radfahrer die gleichen Alkoholgrenzwerte gelten sollen wie für Autofahrer. Bislang gilt: Radler mit weniger als 1,6 Promille gehen straffrei aus, sofern sie sicher fahren und keinen Unfall bauen. Autofahrer gelten dagegen ab einem Alkoholwert von 1,1 Promille als absolut fahruntauglich. Wer am Steuer erwischt wird, macht sich strafbar.

„Wir wollen die Promillegrenze zumindest prüfen lassen“, sagt der verkehrspolitische Sprecher der CSU, Eberhard Rotter. Den geltenden Wert hält er für nicht mehr zeitgemäß. Während der Verkehrsexperte der Grünen, Markus Ganserer, vorsichtig mahnt, das Thema „differenziert“ zu betrachten, bleibt das Innenministerium rigoros: „Die Promillegrenze bleibt, wie sie ist“, sagte der Sprecher. Gegen eine Angleichung spreche, dass man sich mit dem Rad eher selbst gefährde, mit dem Auto eher andere. Außerdem fürchtet man im Ministerium, dass gleiche Alkoholgrenzen zu einem unerwünschten Effekt führen könnten. „Dann fahren manche einfach gleich mit dem Auto.“

Eine Angleichung könnte den durchschnittlichen Biergartenbesucher jedenfalls hart treffen. Ein halber Liter Bier entspricht etwa 0,3 Promille. Die zweite Mass könnte also schon zu viel sein. Unbestritten ist aber, dass ab einem Wert von 1,1 Promille die Risikobereitschaft zunimmt. Verkehrsexperten fordern die Herabsetzung des Alkoholwerts daher schon lange.

CSU-Mann Rotter wäre auch für einen Kompromiss zu haben. „Ich könnte mir vorstellen, die 1,1 Promille als Ordnungswidrigkeit einzuordnen.“ Wer mit mehr erwischt wird, müsste dann mit einem Bußgeld rechnen.“

Rubriklistenbild: © dpa

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