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Thomas Schäuble, der Bruder von Wolfgang Schäuble, starb an den Folgen eines Herzinfarktes.

Wolfgang Schäuble trauert um seinen Bruder

Stuttgart - Er wurde der „kleine Schäuble“ genannt. Der frühere Innenminister von Baden-Württemberg kämpfte seit Monaten mit den Folgen eines Herzinfarkts. Nun ist Thomas Schäuble tot.

Der CDU-Politiker und frühere baden-württembergische Landesminister Thomas Schäuble ist tot. Der 64-Jährige starb am Donnerstagabend nach schwerer Krankheit, wie der ehemalige Finanzminister Baden-Württembergs, Gerhard Stratthaus (CDU), der Nachrichtenagentur dapd bestätigte. Der jüngere Bruder von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte vor einem halben Jahr einen Herzinfarkt erlitten und lag seitdem im Wachkoma. Die CDU in Baden-Württemberg reagierte bestürzt.

Thomas Schäuble war unter anderem Oberbürgermeister von Gaggenau (Landkreis Rastatt), Landtagsabgeordneter sowie Verkehr-, Justiz- und Innenminister des Landes Baden-Württemberg. Nach seinem Rückzug aus der Politik 2004 leitete er die Badische Staatsbrauerei Rothaus. Seit Schäubles Herzinfarkt führt Stratthaus die Brauerei, bis ein Nachfolger gefunden ist.

Strobl: „Herber Verlust“

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sprach Schäubles Familie sein Mitgefühl und seine aufrichtige Anteilnahme aus. „Mit ihm verliert unser Land einen authentischen Charakter, einen scharfen Analytiker und eine über alle Parteigrenzen hinweg geschätzte Persönlichkeit. Er wird uns allen sehr fehlen - ganz besonders denen, die ihm bis zuletzt nahe standen“, erklärte Kretschmann am Freitag in Stuttgart.

Der CDU-Landesvorsitzende Thomas Strobl, der mit Schäubles Nichte Christine verheiratet ist, sprach von einem herben Verlust einer herausragenden Persönlichkeit. Er erinnerte an den dreifachen Vater als einen bescheidenen, hilfsbereiten, dem Leben zugewandten und seiner Heimat eng verbundenen Menschen. „Er war ein kluger Politiker, dessen Rat uns immer wichtig war“, betonte Strobl.

Fraktionschef Peter Hauk schloss sich an mit den Worten, Thomas Schäuble werde eine große Lücke hinterlassen. „Mit ihm verlieren wir einen Freund und politischen Wegbegleiter“, sagte er. Mit seinem Wirken als Abgeordneter, Verkehrs-, Justiz- und Innenminister habe Schäuble einen großen Teil seines Lebens in den Dienst der Menschen und der Politik gestellt.

„Schäuble hat Spuren hinterlassen“

Der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Alexander Bonde (Grüne), der dem Aufsichtsrat von Rothaus vorsitzt, würdigte Schäubles Verdienste für die Staatsbrauerei. Er habe sich mit größtem Engagement für die Staatsbrauerei eingesetzt und das Unternehmen überaus erfolgreich auf einem hart umkämpften Markt weiterentwickelt.

Landtagspräsident Guido Wolf (CDU), Schäubles damaliger persönlicher Referent im Verkehrsministerium, betonte, dieser habe Spuren in der baden-württembergischen Landespolitik hinterlassen. „Ich hatte Respekt vor seiner intellektuellen Brillanz und seinem unermüdlichen Einsatz für die Menschen“, sagte er. Für den FDP-Europaabgeordnete Michael Theurer zeichneten Thomas Schäuble badische Liberalität, Weltoffenheit und tiefsinniger Humor aus.

Die Trauerfeier für Schäuble ist laut Stratthaus für Donnerstag (10. Januar) in Gaggenau geplant, wo Schäuble lebte und längere Zeit Oberbürgermeister war.

dapd/dpa

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