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Es läuft gut für Finanzminister Wolfgang Schäuble: Der Bund macht 2015 weniger Schulden als geplant.

Schäubles Finanzpläne

Weniger Schulden und fünf Milliarden für Flüchtlinge

Berlin - Weil die Steuereinnahmen sprudeln, macht Regierung in diesem Jahr elf Milliarden Schulden weniger als geplant. Für Flüchtlinge werden fünf Milliarden auf die hohe Kante gelegt.

Diese Zahlen werden Wolfgang Schäuble (CDU) freuen: Im vierten Quartal dieses Jahres wird der Finanzminister mehr Schulden zurückzahlen, als er neue aufnimmt. Das teilte die mit dem Schuldenmanagement betraute Agentur am Dienstag mit. Insgesamt macht der Bund demnach 11 Milliarden weniger Schulden als bisher geplant. Die Zahlen gibt es hier in einem PDF-Dokument.

Zudem schafft Schäuble ein Milliarden-Polster zur Finanzierung der Flüchtlingskrise in den kommenden Jahren. Dazu wird eine Rücklage von fünf Milliarden Euro gebildet, die ab dem Jahr 2016 genutzt werden kann. Das sieht der zweite Nachtragsetat Schäubles für das laufende Jahr vor, dessen Entwurf das Kabinett am Dienstag beschlossen hat.

Sollten sich bis Jahresende weitere Mehreinnahmen ergeben, fließen diese ebenfalls in die Rücklage. Der Entwurf für den Nachtragshaushalt sieht ferner vor, dass die bisher für dieses Jahr vorgesehene Entlastung der Länder und Kommunen um eine weitere Milliarde Euro auf zwei Milliarden Euro angehoben wird.

Trotz Mehrkosten keine neuen Schulden

Damit schafft der Bund die Voraussetzungen, um die mit den Ländern vereinbarten Finanzhilfen zur Aufnahme und Unterbringung von Asylbewerbern und Flüchtlingen bereitzustellen. Genutzt werden dafür bisher nicht veranschlagte Überschüsse, die dank der Einmalerlöse aus dem Verkauf von Mobilfunklizenzen, höherer Steuereinnahmen sowie geringerer Zinsausgaben anfielen. So schafft es der Bund auch in diesem Jahr, trotz der Mehrkosten ohne neue Schulden auszukommen.

Mit dem Nachtragsetat wird auch die Möglichkeit geschaffen, dass die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben Ländern und Kommunen die Herrichtungskosten von Unterkünften für Flüchtlinge auf mietzinsfrei überlassene Liegenschaften erstatten kann.

Gleichzeitig werden die Etat-Überschüsse genutzt, um zusätzlich 1,3 Milliarden Euro an den Energie- und Klimafonds zu überweisen. Nicht benötigte Zuweisungen des Bundes werden ebenso in die Reserven dieses Fonds eingestellt, so dass den Angaben zufolge zusätzlich 1,5 Milliarden Euro für die Energiewende bereitstehen.

dpa/mb

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