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Erika Steinbach war viele Jahre Präsidentin des Bundes der Vertriebenen (BdV) und ist heute noch CDU-Bundestagsabgeordnete.

Trauer für politische Ziele missbraucht

Tweet zu Schmidts Tod: Harte Kritik an Steinbach

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Berlin - "Geschmacklos", "pietätlos", "Missbrauch" - die  CDU-Politikerin Erika Steinbach wird scharf kritisiert, weil sie versucht, aus dem Tod von Altkanzler Helmut Schmidt politisches Kapital zu schlagen.

Erika Steinbach, die bis 2014 auch Präsidentin des Bundes der Vertriebenen (BdV) war, hat beim Kurznachrichtendienst Twitter zum Tod des Altkanzlers Helmut Schmidt eine Aussage von Schmidt aus dem Jahre 1981 gepostet, bei der sich der damalige Bundeskanzler zur Aufnahme von Ausländern in der Bundesrepublik äußerte.

Die CDU-Bundestagsabgeordnete hat mit ihrem Tweet eine Welle der Empörung ausgelöst. Weil die langjährige Sprecherin der Vertriebenen in Deutschland die Nachricht über Schmidts Tod für ihre Zwecke instrumentalisiert, sieht sich Steinbach heftigen Vorwürfen gegenüber. Ihr Tweet sei "geschmacklos", "pietätlos", sie missbrauche den Tod des Altbundeskanzlers für ihre politischen Zwecke, heißt es unter anderem. 

Das Zitat von Helmut Schmidt aus dem Jahr 1981 basierte laut seinem Biographen Theo Sommer auf der Vermutung des damaligen Regierungschefs in Bonn, die Deutschen würden mehrheitlich die Einwanderung besonders aus der Türkei ablehnen.

Später gab es laut Spiegel online von Schmidt auf einem SPD-Partteitag  eine Begründung für seine Aussage.  "Es gibt so eine unterschwellige Neigung bei Millionen Bürgern, auch Arbeitnehmern, den Ausländern für alles die Schuld zu geben" - wie einst den Juden, sagte Schmidt demnach auf dem Parteitag.

js

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