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Christian Ude

Landesparteitag

Scharmützel zwischen Ude und der CSU

München - Die SPD trifft sich am Wochenende zum Landesparteitag und freut sich auf eine "zackige" Rede von Christian Ude. Mindestens genauso zackig ist das Vorspiel dazu.

Kurz vor dem SPD-Landesparteitag verschärft sich der Ton zwischen Christian Ude und der CSU. Der Spitzenkandidat zur Landtagswahl griff die Regierungspartei scharf an. "Das Kabinett ist schwarz, die Pressestellen sind schwarz, die Spitzen der Ministerialbürokratie sind schwarz. Das ist ein Machtkartell, das in Jahrzehnten gewachsen ist und das natürlich zu Machtmissbrauch regelrecht einlädt", sagte Ude dem TV-Sender Phoenix. Die CSU dürfe Bayern nicht länger als "Erbhof betrachten, in dem sie nach Belieben einige Günstlinge zum Zuge kommen lässt". Ude spielt damit auch auf die Abgeordneten-Affäre im Landtag an.

Mehrere CSU-Politiker reagierten erbost - darunter die Vorsitzende der Jungen Union, Katrin Albsteiger. Sie wirft Ude vor, in München ein rot-grünes System der Ämterpatronage aufgebaut zu haben. "Städtische Schaltstellen werden fröhlich an die eigenen Leute gegeben." Albsteiger hat etliche Fälle zusammengetragen: "Die Vergabe des Leiters der städtischen Markthallen, den Chefposten der Münchenstift GmbH, die Vergabe der Führung des Kommunalreferats, bei der es allerdings beim Versuch blieb." Auch kritisiert die Bundestagskandidatin die "fachlich zweifelhaften Parteibuchbesetzungen" in den städtischen Kliniken. Dort sei die Führung "ohne einen einzigen Arzt, aber voller Parteifreunde" besetzt worden.

CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt warf Ude "verlogene Moralapostelei" vor. "Ude läuft mit ausgestrecktem Zeigefinger herum, während der Saustall in seiner eigenen Partei unausgemistet bleibt." Dobrindt rügte, die SPD solle endlich ihren Teil der Abgeordneten-Affäre im Landtag aufarbeiten. "Am besten fängt sie bei der schamlosen Selbstbedienung von Ex-SPD-Chefin Renate Schmidt an, die sogar noch als Bundesministerin ihre Tochter sechs Monate vom Landtag bezahlen ließ."

Schmidt taucht auf den Listen des Landtags von 2002 auf. SPD-Landeschef Florian Pronold stellt sich aber hinter die Parteifreundin. Er kenne sie "als eine ehrliche Frau. Ich habe keine Lust zuzulassen, dass Renate Schmidt auf eine Stufe gestellt wird mit den Fällen der CSU-Abzocker Georg Schmid und Georg Winter ."

Auf dem SPD-Parteitag am Samstag und Sonntag steht Pronold zur Wiederwahl. Zum Abschluss des Treffens wird eine Grundsatzrede von Ude erwartet.

cd

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