Atomstreit mit Nordkorea

„Schauen Sie nicht ins Licht“: USA bereiten Guam auf Angriff vor

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Die Pazifikinsel Guam bereitet sich auf den Ernstfall vor - und der US-Heimatschutz gibt Verhaltensregeln an die Bewohner heraus, falls Nordkorea das Außenterritorium der Vereinigten Staaten angreift.

Hagatna - Die Bewohner der kleinen Pazifikinsel Guam sind einiges gewohnt: Auf dem „ring of fire“, dem Pazifischen Feuerring, gelegen, sind Naturkatastrophen wie Erdbeben, Wirbelstürme oder Taifune keine Seltenheit. Nun ist das US-Außenterritorium - rund 6000 Soldaten der amerikanischen Armee sind auf Guam stationiert - einer anderen Bedrohung ausgesetzt: Nordkorea. Diktator Kim Jong Un droht offen damit, die USA auf ihrem Außenterritorium anzugreifen

14 Minuten bräuchten die nordkoreanischen Raketen bis Guam, sagte die Sprecherin des Heimatschutzes, Jenna Gaminde, gegenüber lokalen Medien. Im Falle eines Angriffs würden sofort alle Sirenen ertönen, die die Insel normalerweise für Naturkatastrophen nutzt. Experten halten einen Angriff aus verschiedenen Gründen zwar für relativ unwahrscheinlich, dennoch hat die Heimatschutzbehörde Verhaltensregeln für den Ernstfall herausgegeben

Auf den Informationsblättern, die auch über Facebook verbreitet werden, stehen sämtliche Notfallmaßnahmen. So sollen die Bewohner ein Notfallpaket mit Wasser und haltbarem Essen bereithalten, auch ein batteriebetriebenes Radio gehört in das Paket. Bereits im Vorfeld sollen sich die Bürger Gedanken über sichere Gebäude machen, die im besten Fall aus Beton gebaut sind, um Strahlung abzuhalten. „Die Wände und das Dach müssen dick genug sein, um die Strahlung zu absorbieren, die radioaktive Partikel abgeben“, heißt es auf einem der Informationsblätter. 

Wer sich draußen aufhält, solle auf keinen Fall in den Lichtblitz oder Feuerball schauen - es bestehe die Gefahr zu erblinden. Wer kein schützendes Gebäude findet, solle andernorts Schutz suchen. Sollte man während des potenziellen Angriffs im Freien gewesen sein, solle man schnellstmöglich seine Kleidung ausziehen und duschen, um radioaktives Material abzuwaschen. Bereits mit der Kleidung könnten 90 Prozent des Fallouts entfernt werden - die Kleidung selbst solle in einen verschließbaren Plastiksack wandern. Ebenfalls wichtig: mit Seife und Shampoo duschen, keinen Conditioner verwenden (schließt radioaktive Partikel im Haar ein) und nicht die Haut rubbeln.

Während sich die Bewohner Guams vorbereiten sollen, zeigt das Militär auf der Insel seine Stärke: Am Freitag lud der Luftwaffenstützpunkt Andersen Air Force Base Medienvertreter zum Routinetraining der Kampfjets ein. Aktuell trainieren dort auch japanische Piloten - neben Australien hatte Japan seine volle Unterstützung zugesagt. Die NATO und damit Deutschland müssten den USA im Angriffsfall nicht zwangsweise beistehen - Guam liegt außerhalb des vertraglich festgesetzten Schutzbereichs.

kb

Rubriklistenbild: © AFP

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