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Landesparteitag SPD Schleswig-Holstein: Der bisherige Landeschef Ralf Stegner im Vordergrund - dahinter die neue Vorsitzende Serpil Midyatli.

Midyatli in Schleswig-Holstein gewählt

Stegner tritt ab: Erste Muslima ist jetzt SPD-Chefin

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Serpil Midyatli wurde zur neuen SPD-Chefin im hohen Norden gewählt. Sie ist die erste Muslima in ihrer Position. Die Partei soll unter ihrer Führung anders aufgestellt werden.

Kiel - Die SPD in Schleswig-Holstein hat seit Samstag, den 30. März, eine neue Chefin. Nach 12 Jahren im Amt wurde der ehemalige SPD-Landeschef Ralf Stegner von Serpil Midyatli abgelöst. Stegner galt als der schärfste Linksaußen der SPD. Er macht nun den Platz frei und erklärte auf seiner Abschiedsrede mit Tränen in den Augen: „Also, Rückzug ist nicht. Ganz im Gegenteil." Seine anderen Ämter als Landes-Fraktionsvorsitzender der SPD und Vize der Bundes-SPD behält er.

Schleswig-Holstein: Erste Muslima als SPD-Chefin

Im Sommer 2018 hatte Midyatli ihre Bewerbung öffentlich gemacht. Sie selbst wurde von ihrem Vorgänger Stegner gefördert. Stegner lobte seine Nachfolgerin als eine, „die wie eine Löwin mit Herz und Verstand für die SPD kämpft.“ Die 43-Jährige hatte keinen Gegenkandidaten und wurde mit 90,1 Prozent zur neuen SPD-Chefin in Schleswig-Holstein gewählt. Sie ist somit die erste Muslima, die einer Landes-SPD vorsitzt. 

Midyatli selbst erklärte im Interview mit der taz, dass das in der Partei überhaupt kein Thema gewesen sei: „Ich bin darauf noch kein einziges Mal angesprochen worden. Niemand hat damit ein Problem. Das zeigt, wie selbstverständlich meine Kandidatur ist.“

Für sie war es auch der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel an der Spitze der Partei: „Wir haben in der SPD Schleswig-Holstein vor eineinhalb Jahren nach der Niederlage bei der Landtagswahl einen Reformprozess eingeleitet, der jetzt auf diesem Parteitag abgeschlossen wurde. Deshalb ist es auch Zeit für eine Veränderung an der Parteispitze.“

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Schleswig-Holstein: Midyalti will die Arbeitsweise der SPD verändern

Midyalti plant auch einige Veränderungen in der Arbeitsweise ihrer Partei: „Wir werden definitiv viel mehr als Team agieren – Landesvorstand, Landtagsfraktion, unsere Bundestagsabgeordneten oder Kommunalpolitiker. Da gibt es viele Kompetenzen, die wir zusammenbringen müssen, um das Profil der Partei zu schärfen. Das schafft nicht eine Person alleine, das schafft man besser gemeinsam.“

Serpil Midyatli, frisch gewählte SPD-Landesvorsitzende Schleswig-Holstein, bekommt von Ulf Kämpfer, Kieler Oberbürgermeister, Glückwünsche.

„Es ist immer besser, in Diskussionen zu guten Ergebnissen zu kommen. Das stärkt auch das Engagement der vielen Genossinnen und Genossen, die sich einbringen wollen. Menschen wollen an Entscheidungen beteiligt sein, das ist auch gut so“, sagte sie der taz.

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Neue SPD-Chefin will nach der Landtagswahl 2022 in Schleswig-Holstein wieder mitregieren

In drei Jahren wird im nördlichsten Bundesland der Republik wieder der Landtag gewählt. Die SPD will dann auf jeden Fall wieder regieren. Auf die Frage, ob sie selbst Spitzenkandidatin ihrer Partei werden will, antwortete sie: „Das ist jetzt viel zu früh, sich darüber Gedanken zu machen.“ Mögliche Koalitionspartner gibt es ihrer Meinung nach genug: „Wir als SPD haben viele Schnittmengen mit den Grünen, das ist bekannt. Das gilt auch für den SSW. Und auch mit der FDP, die hier im Land eher sozialliberal ist, gibt es Übereinstimmungen. Da sehe ich schon mögliche Konstellationen.“ Eine große Koalition mit der CDU steht nicht auf ihrer Wunschliste.

md

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