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Verdi-Chef Bsirske wirft den Arbeitgebern vor, nicht zur Aufwertung des ganzen Berufsfeldes bereit zu sein. Foto: Daniel Naupold/Archiv

Eltern atmen auf: Gewerkschaften beenden Kita-Streik

Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht im Kita-Streit: Ab Montag wird nicht mehr gestreikt - aber ein Ergebnis gibt es nicht. Selbst eine 16-stündige Schlussrunde reichte nicht.

Berlin (dpa) - Nach vier Wochen beenden die Gewerkschaften ihre Kita-Streiks - spätestens Montag sind die Erzieher wieder für die Kinder da.

Die Tarifverhandlungen für kommunale Kita-Erzieher und Sozialarbeiter sind zwar gescheitert. Aber Arbeitgeber und Gewerkschaften einigten sich am frühen Donnerstagmorgen nach stundenlangen, zähen Gesprächen auf eine Schlichtung. Damit greife eine Friedenspflicht, sagten die Verhandlungsführer Thomas Böhle und Frank Bsirske in Berlin.

Verdi-Chef Bsirske warf den Arbeitgebern vor, nicht zur Aufwertung des ganzen Berufsfeldes mit seinen rund 240 000 Beschäftigten in den Kommunen bereit gewesen zu sein. Für alle Betroffenen hatten die Gewerkschaften mehr Geld herausholen wollen - auch etwa für Sozialpädagogen und Sozialarbeiter. "Es ist nicht gelungen, weil die Arbeitgeberseite an diesen Stellen mauert und gemauert hat", sagte Bsirske.

Der Präsident des kommunalen Arbeitgeberverbands VKA, Böhle, entgegnete: "Die Arbeitgeber haben in allen Berufsfeldern Verbesserungen vorgeschlagen." Wo Handlungsbedarf bestehe, habe man sich Gedanken gemacht, doch die Forderungen der Gewerkschaften seien einfach zu hoch gewesen. "Zu pauschalen Erhöhungen waren wir nicht bereit."

Für die Gewerkschaften soll nun der ehemalige Oberbürgermeister von Hannover, Herbert Schmalstieg, schlichten. Der Schlichter der Arbeitgeber stehe noch nicht fest, werde aber zügig benannt, kündigte Böhle an. Die Arbeitgeberseite hat turnusgemäß den Vorsitz im Schlichterduo.

GEW-Vorstandsmitglied Andreas Gehrke sagte: "Mit der Schlichtung wollen Gewerkschaften und Arbeitgeber noch einmal alle Möglichkeiten prüfen und ausloten, um am Verhandlungstisch zu einem tragfähigen Ergebnis zu kommen."

Für Donnerstag hatte Verdi 330 Streikdelegierte nach Frankfurt/Main eingeladen, um den Verhandlungsstand zu bewerten. Bsirske wollte dort diskutieren, "wie wir die Schlichtung begleiten können". Die gesellschaftliche Bewegung für die Arbeit am Menschen und mehr Anerkennung der Bildungsleistungen der Erzieher sei nicht zu Ende. Die Gewerkschaften verlangen für die kommunalen Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst im Schnitt zehn Prozent mehr Geld.

Wie lange die Schlichtung dauert, ist nicht festgelegt. Aber in Verhandlungskreisen wurde eine Dauer spürbar unter zwei Wochen für wahrscheinlich gehalten.

Am 21. April 2015 waren die Tarifverhandlungen abgebrochen worden, seit dem 8. Mai wurde gestreikt. Die Verhandlungen begannen am Montag erneut - bis zum letzten rund 16-stündigen Verhandlungsmarathon. 

Gewerkschaftsforderungen

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Mitteilung VKA

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dbb zum Sozial- und Erziehungsdienst

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