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Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU, links) stattet am 13. November den deutschen Truppen in Afghanistan einen Besuch ab: Neben ihm steht der damalige Generalinspekteur der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan. Guttenberg hat nach Angaben des entlassenen Bundeswehr-Generalinspekteurs alle wesentlichen Informationen zum Angriff von Kundus gekannt, als er diesen als "angemessen" einstufte.

Geschasster Generalinspekteur: Guttenberg lügt

Berlin - Der entlassene Generalinspekteur der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan, hat Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg der Lüge bezichtigt.

“Was diesen 25. (November) nachmittags angeht, sagt er die Unwahrheit“, sagte Schneiderhan der Wochenzeitung “Die Zeit“ über die Abläufe am Tag seiner Entlassung. Die Darstellung von Guttenberg (CSU), wonach ihm wichtige Akten über den Luftangriff auf zwei Tanklastzüge in der Nähe von Kundus vorenthalten und Berichte unterschlagen worden seien, wies Schneiderhan zurück. “Das finde ich inzwischen ehrenrührig“, sagte der entlassene General.

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Unterschlagen habe für ihn “den Geschmack des Vorsatzes“, diesen habe es aber nicht gegeben. “Dass er vorschnell formuliert, ist bekannt“, sagte Schneiderhan über den Minister. “Aber das hier ist schon eine Steigerungsstufe.“ Der Begriff Vorsatz sei “nicht nur unschön, das ist unwahr“. Guttenberg hatte die Entlassung von Schneiderhan und Staatssekretär Peter Wichert unter anderem damit begründet, dass ihm wichtige Unterlagen zu dem Luftangriff vorenthalten worden seien. Guttenberg hatte den umstrittenen Bombenangriff zunächst als “militärisch angemessen“ bezeichnet, musste sich dann aber später korrigieren.

Chronik der Kundus-Affäre

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AP