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Schnupfender Bayer: Die EU plant strengere Bestimmungen für den Tabakkonsum.

Schnupftabakhersteller warnt

"EU bedroht bayerische Lebensart!"

Geisenhausen - Die von der EU geplanten strengeren Bestimmungen für den Tabakkonsum sind in den Augen bayerischer Schnupftabakhersteller völlig überzogen und eine Entmündigung des Bürgers.

Das Verbot von Aromen bedeute ein Verbot des Schnupftabaks, teilte die Traditionsfirma Pöschl am Donnerstag in Geisenhausen bei Landshut mit. „Der nun veröffentlichte Entwurf der Kommission zur Überarbeitung der EU-Tabakrichtlinie ist ein wahres Sinnbild von Überregulierung“, sagte Patrick Engels, geschäftsführender Gesellschafter von Pöschl. Er gehe komplett an der Lebenswirklichkeit vorbei. „Die bayerische Lebensart würde durch ein Verbot des Schnupftabaks durch die Hintertür mit Füßen getreten.“

Sollten die von EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg vorgeschlagenen Verbote umgesetzt werden, werde dem europaweit verbreiteten Kulturgut Schnupftabak die Existenzgrundlage entzogen. „Obwohl weiterhin als solches erlaubt, würde der Schnupftabak quasi durch die Hintertür verboten, da er ohne diese Aromen nicht vorstellbar ist“, schreibt die Firma. Engels forderte daher, den Schnupftabak genauso wie die anders behandelten Produkte Pfeifentabak und Zigarren von den neuen Regelungen auszunehmen. Die Verschärfung der Tabakrichtlinie ist in den Augen des Unternehmers „der erste Schritt in eine totale Regulierung des individuellen Lebens“.

Bilder: Diese Themen haben die Region 2011 bewegt

Bilder: Diese Themen haben die Region 2011 bewegt

Die vor 110 Jahren gegründete Firma Pöschl ist nach eigenen Angaben der weltweit größte Produzent von Schnupftabak. Die Produkte des Familienunternehmens gehen in knapp 100 Länder. Pöschl beschäftigt 380 Mitarbeiter in Deutschland und 375 im Ausland. Im Geschäftsjahr 2011 sei ein Umsatz von knapp 390 Millionen Euro in der gesamten Unternehmensgruppe „Pöschl Tobacco Group“ erzielt worden.

lby

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