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Fassung bewahren: Für Olaf Scholz und seine politische Partnerin Klara Geywitz (rechts) lief es am Abend der Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen gar nicht rund. 

Bei Landtagswahl in Brandenburg

Scholz-Frau unterläuft peinlicher Fehler - dann blamiert sich noch die politische Partnerin

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Für SPD-Mann Olaf Scholz war der Wahlabend geprägt von Pleiten, Pech und Pannen. Erst durfte seine eigene Frau nicht wählen - dann folgte direkt der nächste Dämpfer.

Leipzig/Berlin - Dem SPD-Minister und Vizekanzler Olaf Scholz wird ja ein äußerst hanseatisches Gemüt zugeschrieben. Und genau das kann er nach diesem Abend der Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg wahrlich brauchen: Für ihn und zwei ihm nahestehende Frauen verlief der politische Sonntag überhaupt nicht so wie geplant.

Empfindlicher Dämpfer für Olaf Scholz bei Landtagswahl in Sachsen/Brandenburg

Gleichzeitig mit dem Wahlsonntag war bekanntlich auch Bewerbungsschluss für die Kandidatur zum SPD-Vorsitz. Buchstäblich in letzter Minute hatte auch das politische Schwergewicht Olaf Scholz seinen Hut in den Ring geworfen - zusammen mit der brandenburgischen SPD-Landtagsabgeordneten Klara Geywitz. Der künftig ehemaligen Abgeordneten, wie man seit dem Wahlsonntag sagen muss: denn Scholz‘ politische Partnerin schaffte es nicht, ihr Direktmandat im brandenburgischen Landtag zu verteidigen. Die Auswirkungen auf die geplante Doppel-Kandidatur sind noch völlig unklar.

Klara Geywitz musste ihr Mandat an die junge Grüne Marie Schäffer abgeben - die erstmals in den Landtag einzieht. Ganze 144 Stimmen mehr als die bisherige Mandatsinhaberin im Wahlkreis Potsdam I, Geywitz, reichten zum Sieg. „Ich gratuliere @MarieSchaeff herzlich zum Wahlsieg. Es war ein spannender Wahlkampf“, twitterte die SPD-Frau Geywitz.

Der ersten Pleite bei der Landtagswahl folgte auch zugleich die zweite

Sie räumte damit ihre Niederlage ein - die ihr sicherlich keinen Rückenwind im bevorstehenden Kampf um den SPD-Vorsitz zusammen mit Olaf Scholz bereiten dürfte. Denn schon zuvor war das Ungleichgewicht zwischen dem mächtigen SPD-Mann und der SPD-Frau kritisiert worden.

Schon einige Stunden zuvor hatte sich abgezeichnet, dass es wirklich nicht der Abend des Olaf Scholz wird. Denn im Bundesland Brandenburg kam es am Sonntag eigentlich für die Sozialdemokraten auf jede Stimme an. Immerhin wollte die SPD klar stärkste Partei vor der AfD werden. Doch ausgerechnet Britta Ernst, Ehefrau eines der ranghöchsten SPD-Minister und möglichen künftigen SPD-Vorsitzenden, durfte ihre Stimme nicht abgeben.

Olaf Scholz: Hauchdünne Niederlage für Genossin Geywitz

Die brandenburgische SPD-Bildungsministerin Ernst konnte am Sonntag aus einem sehr grundsätzlichen Grund nicht von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen. Sie war bislang mit Scholz unter einer Hamburger Adresse gemeldet - versäumte es aber, ihren Hauptwohnsitz rechtzeitig vor der Wahl auf Potsdam umzumelden. Dies hätte sie mindestens einen Monat vor der Wahl erledigen müssen. 

Auch in Berlin hat das Ehepaar Ernst/Scholz noch eine Wohnung - doch auch die hätte nicht zum Wählen in Brandenburg berechtigt. Die eigene Ehefrau, die nicht wählen darf. Die eigene Co-Kandidatin, die ihr Mandat verliert. Dass der Abend der Landtagswahlen für Olaf Scholz ein Erfolg war auf dem Weg zum SPD-Vorsitz, wird er vermutlich selbst in hanseatischer Zurückhaltung nicht behaupten können. 

Noch dazu bekommt Scholz mit dem Geheimfavoriten Norbert Walter-Borjans jetzt ernstzunehmende Konkurrenz.

Am Tag nach der Wahl in Brandenburg finden auf dem Gillamoos-Volksfest in Abensberg die traditionellen Bierzeltreden statt.

Ein kurioser Appell von Olaf Scholz bestimmt derweil die Debatte im Finanzministerium. Denn 1,5 Milliarden Euro sollen nicht verwendet worden sein - und Scholz fleht Kommunen und Investoren an, das Geld endlich abzugreifen.

rpp

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