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Melnyk spricht Ukraine-Wunsch offen aus: „Auch Scholz könnte sich in Kiew blicken lassen“

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Von: Cindy Boden

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Kanzler Olaf Scholz mit Maske
Kanzler Olaf Scholz nach einer Pressekonferenz. © Emmanuele Contini/Imago

Immer mehr Politiker reisen zu Selenskyj nach Kiew. Derweil kommen aus der Ukraine zahlreiche Forderungen an Deutschland – nicht nur zu Waffenlieferungen.

Berlin – Die Bilder machten Mitte März schnell die Runde: Drei hochrangige Politiker aus EU-Ländern reisen im Zug nach Kiew – mitten im eskalierten Ukraine-Konflikt. Die Regierungschefs von Polen, Tschechien und Slowenien begaben sich damals auf eine riskante Reise, um den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu besuchen und sich mit dessen Land solidarisch zu zeigen.

Ukraine-Krieg: Immer mehr EU-Politiker reisen nach Kiew zu Selenskyj

Mittlerweile haben sich schon eine Reihe von EU-Politikern nach Kiew aufgemacht. Die russischen Truppen zogen sich inzwischen aus der Region zurück. Gräueltaten wie in Butscha kamen zum Vorschein. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen und der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell machten sich am Freitag (8. April) ein Bild, indem sie selbst hinreisten und ein Massengrab in Augenschein nahmen.

Auch Österreichs Bundeskanzler Karl Nehammer traf sich am Samstag mit Selenskyj. Und nicht nur er: Der britische Premier reihte sich überraschend auch in die Riege ein – ohne Vorankündigung, aber mit weiteren Zusagen für Militärhilfen im Gepäck. Selbst der Papst erwog die Reise.

Ukrainer wollen Scholz, Merkel und Co. in Kiew und Butscha sehen

Aus Deutschlands Regierungsspitze war in den letzten Tagen niemand bei Selenskyj. Doch die Rufe nach einer Reise von Kanzler Olaf Scholz (SPD) zum ukrainischen Präsidenten werden lauter. „Ich rufe Kanzler Scholz, Premierminister Johnson, US-Präsident Biden und Frankreichs Präsidenten Macron und alle EU-Regierungschefs auf, ebenfalls nach Kiew zu fahren“, sagte Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki schon kurz nach seinem eigenen Kiew-Besuch. Zumindest Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) zeigte sich im TV damals dazu bereit.

Selenskyj hatte auch schon Angela Merkel nach Butscha gerufen: „Ich lade Frau Merkel und Herrn Sarkozy ein, Butscha zu besuchen und zu sehen, wozu die Politik der Zugeständnisse gegenüber Russland geführt hat.“

Zumindest von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gibt es Äußerungen zu seinen Vorhaben: „In kaum einer Hauptstadt war ich häufiger als in Kiew“, sagte er dem Spiegel kürzlich. „Ich werde auch in Zukunft alles in meinen Kräften Stehende tun, um die Ukraine zu unterstützen. Selbstverständlich gehören dazu auch weitere Besuche.“ Konkret scheint da aber noch nichts.

Scholz-Reise nach Kiew mit Waffen im Gepäck? „Wünschen sich die Ukrainer“

Und bei Olaf Scholz? „Über Reisepläne teilen wir (…) immer dann etwas mit, wenn wir losfahren“, soll er laut Bild bei einem Besuch in London am Freitag auf eine Frage geantwortet haben. Das Kanzleramt wollte sich auf Bild-Anfrage nicht näher dazu äußern. Dafür aber verkündet der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk einmal mehr eine klare Nachricht: „Auch der Bundeskanzler könnte sich in Kiew und Butscha blicken lassen, um endlich zu verstehen, dass dieses verbrecherische Russland auch militärisch zerschlagen werden muss“, sagte er laut Bild.

„Daher wünschen sich die Ukrainer, dass Kanzler Olaf Scholz mit sich im Sonderzug auch Marder, Leoparde, Panzerhaubitze 2000 und anderes schweres Kriegsgerät mitbringt.“ Immerhin, auf diese Waffenlieferungen reagierte Scholz kürzlich – wenn auch zurückhaltend. (cibo)

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