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Philippinische Soldaten beobachten von ihrer Stellung aus die Lage in Marawi, Philippinen. Foto: Bullit Marquez

Staat schlägt zurück

Schon 100 Tote bei Kämpfen mit Islamisten auf Philippinen

Die Philippinen sind ein katholisches Land. Doch im Süden gibt es eine muslimische Minderheit, die einen eigenen Weg gehen will. Islamisten kämpfen jetzt um die Kontrolle einer Großstadt. Der Staat - ohnehin nicht zimperlich - schlägt hart zurück.

Manila (dpa) - Mit Panzern und Artillerie sind die philippinischen Streitkräfte am Wochenende gegen islamistische Rebellen vorgegangen, die versucht haben, die Großstadt Marawi auf der Insel Mindanao zu erobern.

Dabei entdeckten die vorrückenden Truppen auch die Leichen von Zivilisten, die von den Islamisten getötet worden sein sollen.

"Die Offensive geht weiter", erklärte Heeressprecher Oberstleutnant Jo-Ar Herrera am Sonntag. "Sie können fliehen, sich aber nicht verbergen. Es ist nur eine Frage der Zeit" (bis zum Sieg).

Schätzungen zufolge sind bis zu 90 Prozent der mehr als 200 000 Einwohner Marawis auf der Flucht. Mehr als 2000 Bürger sollen in umkämpften Stadtbezirken in der Falle sitzen. Die Provinzregierung rief die Bedrängten auf, sich in ihren Häusern zu verschanzen.

Nach Angaben des Militärs wurden bei den Gefechten auf Mindanao bereits rund 100 Menschen getötet, darunter 61 Rebellen. Die Regierung beklage den Tod von 13 Soldaten und 4 Polizisten. Zudem seien mindestens 18 Zivilisten umgekommen.

Acht Männerleichen seien am Sonntagmorgen in einer Schlucht unweit eines Kontrollpostens des Militärs gefunden worden, teilte die örtliche Polizei mit. Nahe der Universität habe man zudem die Leichen von drei Frauen, einem Kind und vier Männern geborgen. In einem Krankenhaus hätten die Rebellen zwei Mitarbeiter getötet.

Die Islamisten hatten am Dienstag die Stadt Marawi 800 Kilometer südlich von Manila angegriffen. Sie gehören überwiegend zur Terrorgruppe Maute, die der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die Treue schwört, die in Syrien und im Irak ein Kalifat ausgerufen hat.

Nach dem Angriff auf Marawi verhängte Präsident Rodrigo Duterte das Kriegsrecht über die Region und ließ Rebellenstellungen bombardieren. "Wir tun unser Bestes, um die Gegend so schnell wie möglich zu räumen", erklärte ein Militärvertreter am Samstag. "Wir entschuldigen uns bei unseren muslimischen Brüdern für die Störung am ersten Tag des Ramadans."

Die Verhängung des Kriegsrechts gefährdet die Friedensgespräche der Regierung mit den kommunistischen Rebellen der 1986 gegründeten Neuen Volksarmee. Die Rebellen hätten wegen des Kriegsrechts ihren Kämpfern verstärkte Angriffe befohlen, sagte Dutertes Sprecher Ernesto Abella am Samstag. Deshalb habe die Regierung die Gespräche ausgesetzt. Beide Parteien hatten sich im April auf einen Waffenstillstand geeinigt, die Bedingungen dafür aber noch nicht ausgehandelt.

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