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Nach langer Überlegung: Baerbock teilt mit Schröders „Gedöns“-Satz kräftig gegen Merz aus

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Von: Cindy Boden

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Annalena Baerbock wurde bei ihrer Rede im Bundestag sehr direkt. Denn eine Äußerung aus den Reihen der Union konnte sie so nicht stehen lassen.

Berlin - Die Aussage von Friedrich Merz sorgte am Mittwoch (23. März) schon gleich zu Beginn der Generaldebatte für einige Zwischenrufe: Es ging um die Ampel-Pläne zum Sondervermögen der Bundeswehr und einen Seitenhieb in Richtung Außenministerin Annalena Baerbock.

„Die Ausgaben müssen so wie Sie es hier gesagt haben, Investitionen in die Bundeswehr sein - und für nichts anderes“, führte Merz bei Bedingungen für die Zustimmung der Union aus und bezog sich da noch auf eine Rede von Kanzler Olaf Scholz. „Sie können von mir aus feministische Außenpolitik machen, feministische Entwicklungshilfepolitik - das können Sie alles machen. Aber nicht mit diesem Etat für die Bundeswehr.“

Baerbock mit flammendem Appell an Merz im Bundestag: „Ich habe mir lange überlegt, ob ich darauf reagiere“

Diesen Standpunkt von Merz konnte Baerbock nicht unkommentiert stehen lassen. Das gab sie in ihrer Rede am Nachmittag im Bundestag auch selbst zu: „Ich habe mir lange überlegt, ob ich darauf reagiere“, sagte Baerbock am Bundestagspult und hielt anschließend noch einmal kurz inne. „Aber weil es dann zweimal kam, gestern bei Herrn Dobrindt und dann heute bei Ihnen, Herr Merz: Die Bundeswehr hier herauszustellen und dann im gleichen Satz zu sagen: ‚Okay, Bundeswehr und nicht mehr diese feministische Außenpolitik*‘. Mir bricht es das Herz.“

„Und wissen Sie, warum? Weil ich vor einer Woche bei den Müttern von Srebrenica war und die mir beschrieben haben, wie die Spuren dieses Krieges in ihnen drin sind, und gesagt haben: ‚Frau Baerbock, damals wurde nicht gehandelt, Anfang der 90er-Jahre‘, als sie, als ihre Töchter, als ihre Freundinnen vergewaltigt worden sind, Vergewaltigung als Kriegswaffe nicht anerkannt war, nicht vom Internationalen Strafgerichtshof verfolgt wurde“, führte Baerbock eindringlich aus.

Außenminister Annalena Baerbock bei ihrer Rede im Bundestag: CDU-Chef Merz muss sich flammende Rede anhören.
Außenminister Annalena Baerbock bei ihrer Rede im Bundestag: CDU-Chef Merz muss sich flammende Rede anhören. © Frederic Kern/Future Image/Imago

Baerbock stellt zu „feministischer Außenpolitik“ klar: „Das ist kein Gedöns“ - und greift somit Schröder-Satz auf

Unter lautem Applaus rief Baerbock der Union zu: „Deswegen gehört zu einer Sicherheitspolitik des 21. Jahrhunderts auch eine feministische Sichtweise. Das ist kein Gedöns! Das ist kein Gedöns, sondern das ist auf der Höhe dieser Zeit.“ Damit spielte sie womöglich auf ein früheres Zitat von SPD-Altkanzler Gerhard Schröder an, der 1998 dem Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zuschrieb, ein Ministerium für „Familie und das ganze Gedöns“ zu sein.

Zuvor erteilte schon SPD-Chef Lars Klingbeil seinem CDU-Kollegen einen Rüffel wegen einer geplanten Abstimmungstaktik. In den Sozialen Netzwerken wird Baerbock oft für ihre „wichtigen Worte“ gelobt. Manche riefen Merz auf, er solle in der Gegenwart ankommen. Andere wiederum stören sich an dem Vergleich mit Srebrenica. (cibo) *Merkur.de und Buzzfeed.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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