1. Startseite
  2. Politik

Schröder attackierte Ukraine und Baerbock: Grüne und Union reagieren entgeistert - „wirklich unwürdig“

Erstellt:

Von: Cindy Boden

Kommentare

Baerbock und Schröder (Collage)
Altkanzler Schröder verurteilt Baerbocks „Provokation“ Russlands. © Kay Nietfeld/photothek/dpa/IMAGO

Scholz soll seinem Vorgänger Schröder widersprechen, das fordert zumindest die Union. Denn die Äußerungen des Ex-Kanzlers zum Ukraine-Konflikt und zu Baerbock sorgen für Wirbel.

Update vom 29. Januar, 12.54 Uhr: Altkanzler Gerhard Schröder sorgte mit seinen Aussagen zum Ukraine-Konflikt für Wirbel, er hatte der Ukraine „Säbelrassen“ vorgeworfen (siehe Erstmeldung). Kritik kam von der Union und insbesondere von den Grünen. Schröder hatte Außenministerin Annalena Baerbock unmittelbar angegriffen. Nun legt der Grünen-Geschäftsführer Michael Kellner nach.

Am Rande des Parteitags nannte Kellner Schröder gegenüber Focus Online einen „Putin-Unterstützer“ und distanzierte sich von den Aussagen des SPD-Politikers. „Ich habe nicht den Eindruck, dass Gerhard Schröder an dieser Stelle für die SPD spricht - und schon überhaupt gar nicht für die Bundesregierung. Ich finde das wirklich unwürdig für einen ehemaligen Bundeskanzler, wie er sich äußert und wie er sich da einmischt.“

Schröder attackiert Ukraine und Baerbock: Grüne und Union reagieren entgeistert - „unwürdig“

Erstmeldung: Berlin - Altkanzler Gerhard Schröder muss sich nach seinen Äußerungen zu Außenministerin Annalena Baerbock und dem Ukraine-Konflikt einige Kritik gefallen lassen. „In der gegenwärtigen Lage der Ukraine ‚Säbelrasseln‘ vorzuwerfen, ist purer Zynismus“, teilte der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag, Thorsten Frei, der Deutschen Presse-Agentur mit. 

Schröder irritiere „mit seinen Provokationen unsere Nachbarn und Partner“ und trage dazu bei, „mühsam erarbeitetes Vertrauen zu untergraben“. Er rief auch den Bundeskanzler auf, zu reagieren: „Seine Verquickung von Wirtschaftslobbyismus und Politik droht zu einer ernsthaften Belastung zu werden. Es ist höchste Zeit, dass Olaf Scholz seinem Parteifreund widerspricht“, so Frei.

Schröder über Baerbocks Politik in der Ukraine: „Kleine Provokation“ Russlands

Schröder hatte zuvor im Podcast „Die Agenda“ gesagt: „Ich hoffe sehr, dass man endlich auch das Säbelrasseln in der Ukraine wirklich einstellt.“ Und weiter: „Denn was ich dort vernehmen muss, auch an Schuldzuweisungen an Deutschland, wegen der ja vernünftigen Absage an Waffenlieferungen, das schlägt manchmal doch dem Fass den Boden aus.“

Zugleich nahm der frühere SPD-Chef Außenministerin Baerbock (Grüne) ins Visier: Er kritisierte, dass sie vor ihrem Antrittsbesuch in Moskau die Ukraine besucht hat - das sei eine „kleine Provokation“ Russlands. „Ich habe mich gewundert, dass man Russland besucht und vorher in Kiew ist. Na gut, das haben die Russen wohl hingenommen“, sagte Schröder. Baerbock war Anfang Januar zuerst zu ihrem Antrittsbesuch nach Kiew gereist, anschließend ging es weiter nach Moskau, wo sie Russlands Außenminister Sergej Lawrow traf. Schröder lobte darüber hinaus aber auch das klare Nein Baerbocks zu Waffenlieferungen an die Ukraine bei der Reise. Das sei „respektabel“ gewesen.

(Ampel vor großen Aufgaben - was SPD, Grüne und FDP planen, erfahren Sie  in unserem Politik-Newsletter.)

Grüne erbost über Schröders Aussage zu Baerbock: „Eines ehemaligen Bundeskanzlers unwürdig““

Doch auch aus den Reihen der Grünen kommen nun Attacken: „Die Ausführungen, die ich von Gerhard Schröder gehört habe, sind eines ehemaligen Bundeskanzlers unwürdig“, erklärte der Politische Bundesgeschäftsführer der Partei, Michael Kellner, vor dem Parteitag der Grünen. „Diese Ausführungen unterminieren die Anstrengungen der Bundesregierung, eine friedliche Lösung zu finden, und sie vertauschen Ursache und Wirkung.“

Schröder ist seit seiner Zeit als Bundeskanzler, 1998 bis 2005, mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin befreundet. Zudem hat er Führungspositionen bei den Pipeline-Projekten Nord Stream und Nord Stream 2. Er ist Vorsitzender des Gesellschafterausschusses der Nord Stream AG und Präsident des Verwaltungsrats bei der Nord Stream 2 AG. Die Gasleitungen sind äußerst umstritten. (cibo/dpa)

Auch interessant

Kommentare