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Hier sichern die italienischen Carabinieri die Gegend ab.

Viele Verletzte in Italien

Schüsse aus Auto auf Ausländer: Täter wohl ein rechtsextremer Politiker

Ein bewaffneter Mann hat im italienischen Macerata aus einem Auto geschossen und Menschen verletzt. Die Polizei hat den Verdächtigen festgenommen. Es handelt sich hierbei offenbar um einen Rechtsextremisten.

Macerata - Ein bewaffneter Mann hat im italienischen Macerata aus einem Auto geschossen und mehrere Menschen verletzt. Alle Verletzten seien ausländischer Nationalität, teilte die Polizei am Samstag auf Twitter mit und vermeldete kurz darauf die Festnahme eines Verdächtigen.

Bei dem Verdächtigen handelte es sich laut AFP um den 28-Jährige Luca T. war demnach 2017 Kandidat der rechtspopulistischen bzw. rassistischen Lega Nord bei Wahlen in einer Gemeinde der Region Marken, in der die Stadt Macerata liegt.

Schüsse auf Ausländer in Macerata

Die Tat hatte möglicherweise rassistischen Hintergrund

Nach Medienberichten wurden durch die Schüsse im Stadtzentrum sechs Menschen verletzt, davon vier schwer. Alle Opfer seien "dunkelhäutig" gewesen, berichteten italienische Medien zudem. Die Schüsse im Zentrum von Macerata waren Medienberichten zufolge von einem Alfa Romeo aus abgefeuert worden. Im Auto fanden die Carabinieri den Berichten zufolge die vermeintliche Tatwaffe, eine Pistole.

Die Tatwaffe haben die Carabinieri im Auto gefunden.

Die Zeitung „La Repubblica“ und „Ansa“ berichteten, der Verdächtige sei gefasst worden, als er den faschistischen Gruß „Viva Italia!“ vor einem Denkmal für gefallene Soldaten in der Provinzhauptstadt in den Marken mit mehr als 42.000 Einwohnern gezeigt habe. Zuvor habe er sich in eine italienische Flagge gehüllt. Bei seiner Festnahme habe er keinen Widerstand geleistet.

Der Tatverdächtige Luca T.

Zudem wird noch darüber spekuliert, ob Luca T. als Reaktion auf den vorausgegangenen Mord in der Gegend gehandelt hat.

Macerata war erst vor wenigen Tagen von dem grausamen Mord an einer 18-Jährigen erschüttert worden. Die Leiche des Mädchens war zerstückelt in zwei Koffern gefunden worden. Verdächtigt wird ein Mann aus Nigeria, der mit Drogen gedealt haben soll. Er sitzt in Untersuchungshaft. Ob wirklich ein Zusammenhang zwischen beiden Taten besteht, ist derzeit noch nicht offiziell bestätigt.

Bürgermeister ruft Bewohner auf in ihren Häusern zu bleiben

Nachdem am Vormittag Schüsse an mehreren Orten in der Stadt gefallen waren, hatten die Gemeinde und die Polizei die Bürger aufgerufen, Häuser, Büros und Schulen nicht zu verlassen. Diese Warnung wurde nach der Festnahme am Mittag aufgehoben. Eine Sprecherin im Rathaus hatte der Deutschen Presse-Agentur kurz davor gesagt: „Vor zwanzig Minuten habe ich nur Sirenen gehört. Mittlerweile ist es ruhiger.“

Sechs Personen durch Schüsse verletzt

Der junge Mann mit rasiertem Schädel war am Samstagmorgen mit seinem Auto durch das Zentrum des rund 40.000 Einwohner zählenden Macerata gefahren und hatte auf Ausländer geschossen. Nach Medienberichten wurden durch die Schüsse sechs Menschen verletzt, vier von ihnen schwer. Sie kamen laut Polizei ins Krankenhaus.

Wie Italiens Politiker über die Tat sprechen

Politiker verschiedener Lager verurteilten die Tat. „Der Mann, der geschossen und sechs dunkelhäutige Altersgenossen getroffen hat, ist eine elendige und irre Person“, schrieb der Chef der Sozialdemokraten und Italiens Ex-Ministerpräsident, Matteo Renzi, auf Facebook.

Der Verdächtige sei vergangenes Jahr bei Kommunalwahlen für die ausländerfeindliche Lega Nord angetreten, schrieb Renzi, rief aber gleichzeitig dazu auf, den Vorfall aus dem Wahlkampf herauszuhalten. Der Mann habe auch einen Schuss auf den Sitz der sozialdemokratischen PD in Macerata abgegeben.

Lega-Chef Matteo Salvini sagte, er hoffe, die Wahlen am 4. März zu gewinnen, um in Italien für Sicherheit zu sorgen. „Die moralische Verantwortung für jede Episode von Gewalt, die in Italien passiert, haben diejenigen, die [das Land] mit illegalen Einwanderern gefüllt haben“, wurde er außerdem von Ansa zitiert. Die Lega ist Teil der Mitte-Rechts-Allianz mit Berlusconis Forza Italia und den rechten Fratelli d'Italia, die laut Umfragen gerade die meisten Stimmen auf sich vereint.

Die Migrationskrise, von der Italien in hohem Maße betroffen ist, dominiert den Wahlkampf. Salvinis Partei, die sich gegen die Einwanderung positioniert, hat in den vergangenen Monaten an Zulauf gewonnen und liegt derzeit bei rund 13 Prozent.

dpa

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