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Der Mann soll der Polizei bereits bekannt gewesen sein. Foto: Michael Reynolds

Bewaffneter zielt im US-Kapitol auf Polizisten

Am Sitz des US-Kongresses in Washington fallen Schüsse, die Polizei riegelt das Gebäude ab. Wenig später gibt sie Entwarnung. Ein Verdächtiger kommt verletzt ins Krankenhaus. Er ist der Polizei bekannt.

Washington (dpa) - Schrecken in der US-Hauptstadt: Ein Mann hat im Besucherzentrum des Kapitols in Washington mit einer Waffe auf einen Polizisten gezielt und damit einen Großalarm ausgelöst.

Die Sicherheitsbeamten hätten den Mann daraufhin angeschossen, sagte Polizeichef Matthew Verderosa. Der Verdächtige wurde verletzt in ein Krankenhaus gebracht, wo er operiert wurde. Wie ein Polizeisprecher am späten Abend (Ortszeit) mitteilte, war sein Zustand kritisch, aber stabil.

Bei dem Verdächtigen handelt es sich den Angaben zufolge um einen 66-jährigen Mann aus Tennessee. Er hatte am Nachmittag versucht, durch die Sicherheitskontrolle zu gehen. Als die Metalldetektoren losgingen, habe er die Waffe gezogen, sagte Verderosa.

Wie viele Polizisten daraufhin auf ihn geschossen hätten, sei noch unklar. Eine Frau, die in der Nähe stand, wurde durch Splitter leicht verletzt. Die Zeitung sprach von "chaotischen Szenen" und Touristen, die sich zu Boden warfen oder zu flüchten versuchten.

Der Mann sei der Polizei bereits bekannt gewesen, sagte Verderosa. Nähere Angaben wollte er nicht machen. Nach übereinstimmenden Berichten von US-Medien soll der 66-Jährige im vergangenen Oktober eine Sitzung des Repräsentantenhauses gestört haben. Er habe damals gerufen, er sei ein Prophet Gottes, hieß es in einem Bericht der Zeitung "USA Today". Daraufhin habe er das Gelände des Kongresses nicht mehr betreten dürfen. Er soll sich laut NBC News in einem Brief als Pastor bezeichnet haben.

Einen terroristischen Hintergrund schloss Verderosa nach der Tat indirekt aus. "Aufgrund erster Ermittlungen gehen wir davon aus, dass das die Tat eines Einzelnen war, der sich schon früher auf dem Gelände des Kapitols aufgehalten hat", sagte der Polizeichef. "Wir haben keinen Grund anzunehmen, dass es mehr war als eine kriminelle Tat."

Der Mann soll laut "Washington Post" vor einem Richter erscheinen, sobald er aus dem Krankenhaus entlassen wird. Er wird sich wegen bewaffneten Angriffs verantworten müssen.

Am Tatort sei eine Waffe sichergestellt worden. Polizisten untersuchten zudem das Auto des Verdächtigen, das in der Nähe gefunden wurde.

Das Kapitol und das Weiße Haus waren unmittelbar nach dem Vorfall abgeriegelt worden. Mitarbeiter und Besucher wurden aufgefordert, die Gebäude nicht zu verlassen. Im Stadtzentrum war Sirenengeheul zu hören. Die Absperrungen wurden aber wenig später wieder aufgehoben.

Im Kapitol befindet sich der Kongress - also der Senat und das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten. Das Besucherzentrum liegt an der Ostseite des Gebäudes. Gäste müssen dort hindurch, wenn sie das Bauwerk besichtigen wollen.

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