+
Der Schütze wurde umgehend festgenommen.

Angreifer wollte Politiker treffen

Italien: Schüsse auf Regierungspalast

Rom - Helles Entsetzen in Rom: Während die neue Regierung vereidigt wird, fallen vor dem Regierungssitz sechs Schüsse. Mehrere Menschen werden verletzt. Der Schütze wollte sich dann selbst töten.

Während der Vereidigung der neuen italienischen Regierung haben Schüsse vor dem Amtssitz des Ministerpräsidenten im Zentrum von Rom zwei Polizisten und eine Passantin verletzt. Ein Italiener in Jackett und Krawatte hatte am Sonntag plötzlich mit einer Pistole sechs Schüsse abgefeuert. Er wollte dann fliehen, verletzte sich aber im Handgemenge mit Beamten. Die Ermittler sprachen von der Verzweiflungstat eines arbeitslosen und geschiedenen Mannes. Er habe die Polizisten vor dem Regierungssitz offenbar töten wollen.

Bei der Vereidigung von Ministerpräsident Letta wurde auf den dessen Amtssitz geschossen.

Der Schütze stammt aus Kalabrien. Er wurde sofort festgenommen und vernommen. Wie es heißt, könnte er psychisch gestört und deshalb in Behandlung sein. Einer der beiden getroffenen Polizisten wurde nach den Angaben der Behörden an der Wirbelsäule verletzt. Der 49-Jährige Süditaliener habe nach ersten Erkenntnissen allein gehandelt, teilte der neue Innenminister Angelino Alfano mit. Nach dem Anschlag habe er sich selbst töten wollen, doch sei das Magazin seiner halbautomatischen Pistole leer gewesen. „Es war die tragische kriminelle Geste eines arbeitslosen Mannes“, sagte Alfano.

Der Schütze wollte eigentlich auf Politiker schießen. Das teilte Staatsanwalt Pierfilippo Laviani am Sonntag mit. Der mutmaßliche Angreifer habe „alles gestanden“, sagte Laviani nach einem Verhör. So habe er „Politiker erschießen wollen, jedoch keinen von ihnen erreichen können und daher auf Carabinieri geschossen“, sagte der Staatsanwalt weiter. Bei dem Angreifer handele es sich um einen „Verzweifelten, der Arbeit und alles andere“ verloren habe. Geistig verwirrt habe er nicht gewirkt, sagte Laviani.

Der Schütze wurde unmittelbar nach der Tat von der Polizei niedergerungen und wird derzeit wegen Schürfwunden in einer Klinik behandelt.

Der Regierungspalast Chigi liegt im historischen Zentrum Roms weit entfernt vom Quirinale-Sitz des Staatspräsidenten, der die Regierung zu diesem Zeitpunkt gerade vereidigte. Der Platz vor dem Amtssitz Giorgio Napolitanos wurde vorsichtshalber von der Polizei geräumt.

Schüsse vor dem italienischen Regierungssitz - Polizisten verletzt

Schüsse vor dem italienischen Regierungssitz - Polizisten verletzt

dpa/AP

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

US-Magazin: Darum ist die Beziehung zwischen Trump und Merkel so angespannt
Am Freitag wird beim Treffen zwischen Merkel und Trump nicht nur die internationale Politik ein wichtiges Thema sein. Es geht auch um die deutsch-amerikanischen …
US-Magazin: Darum ist die Beziehung zwischen Trump und Merkel so angespannt
Deutsche Journalistin Tolu hofft auf Ausreise aus der Türkei
Die deutsche Journalistin Mesale Tolu ist nicht mehr in U-Haft, darf die Türkei aber nicht verlassen. Reporter ohne Grenzen nennt Tolu eine "eine politische Geisel der …
Deutsche Journalistin Tolu hofft auf Ausreise aus der Türkei
Das Problem beim BamF? „Man bräuchte mehr gute Leute“
Seit der Flüchtlingskrise 2015 entscheidet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in vielen Fällen schneller. Nur: Die Qualität der Bescheide ist dadurch gesunken – …
Das Problem beim BamF? „Man bräuchte mehr gute Leute“
Sozialdemokraten gewinnen Parlmentswahl in Grönland
Nuuk (dpa) - Mit einem knappen Sieg der Sozialdemokraten haben die Wähler in Grönland den Kurs zu einer langsamen Loslösung von Dänemark bestätigt. Die bisherige …
Sozialdemokraten gewinnen Parlmentswahl in Grönland

Kommentare