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SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz in Würzburg

SPD-Kandidat dreht auf

Schulz attackiert die AfD: „Haben für nichts eine Lösung“

Würzburg - SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat die Partei Alternative für Deutschland (AfD) scharf attackiert. Zudem kritisierte er den Vize-Chef der Rechtspopulisten scharf.

„Für alles haben sie Sündenböcke. Für nichts haben sie eine Lösung“, sagte Schulz am Samstag während einer Rede vor rund 1000 Parteimitgliedern und Sympathisanten in Würzburg. „Das ist keine Alternative für Deutschland. Das ist eine Schande für die Bundesrepublik.“

Schulz kritisierte auch AfD-Vize Alexander Gauland, der in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe einen weitgehenden Einreisestopp für Muslime gefordert hatte. Im Grundgesetz stehe nicht, die Würde der Deutschen ist unantastbar, betonte Schulz. „Da steht, die Würde des Menschen ist unantastbar.“

Auf seiner Tour durch Deutschland war Würzburg für Schulz die dritte von fünf Regionalkonferenzen, auf denen er seine politischen Ideen darstellen will. Auch am Samstag forderte der ehemalige Präsident des EU-Parlaments gleichen Lohn für alle und Gebührenfreiheit von der Krippe bis zur Uni. Zudem sprach er sich für einen respektvollen Bundestagswahlkampf aus und stellte sich gegen Ausgrenzung, Rassismus und Eingriffe in die Pressefreiheit.

Wer andere Meinungen als Lügenpresse diffamiere, der lege „die Axt an die Wurzeln der Demokratie - ob er Präsident der USA ist oder in einer Pegida-Demonstration mitmarschiert“. Beides sei nicht akzeptabel, sagte Schulz während seiner fast einstündigen Rede.

Wie auch schon bei den anderen Stationen seiner Werbetour traf er auf begeisterte Zuhörer. „Martin! Martin! Martin!“, schrien viele Anhänger und hielten Plakate in die Luft. Auf einem stand: „Martin, ich will eine Regierung von Dir“. Unter den Gästen waren auch zahlreiche bayerische Politiker. Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly sprach mit Blick auf den derzeitigen Aufwind für die SPD von „Martin-Schulz-Festspielen“. Es sei auch Schulz' Verdienst, dass der „Unbesiegbarkeitsmythos der Kanzlerin“ zu schwinden scheine.

Die SPD profitiert seit einigen Wochen vom „Schulz-Effekt“. Ende Januar hatte Noch-Parteichef Sigmar Gabriel Schulz vorgeschlagen. Seitdem hat die SPD in den Umfragen kontinuierlich zugelegt und auch einen Mitgliederzuwachs registriert.

dpa

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