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Martin Schulz im Audi-Werk. 

Nach G20-Gipfel

Schulz auf Tour: Hamburger Ärger im tiefsten Bayern

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Auf seiner zweitägigen Bayern-Reise will Martin Schulz eigentlich Wahlkampfwerbung machen. Doch die Geschehnisse in Hamburg holen ihn dabei ein. 

München – Der SPD-Kanzlerkandidat beginnt seine Bayern-Tour vor der Haustür von Horst Seehofer. Martin Schulz besucht Audi in Ingolstadt. Schüttelt die Hände jener Arbeiter, auf die sich der CSU-Vorsitzende so gerne beruft, wenn er Politik für die einfachen Leute propagiert. Schulz würde auch gerne über soziale Gerechtigkeit reden. Über Rente, Mietpreise, Bildung. Doch selbst in Bayern verfolgt ihn das Wochenende mit den Krawallen in Hamburg. Nach den Wahlpleiten im Saarland, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein gerät nun auch noch die populäre Regierung in Hamburg in Turbulenzen.

Schulz geht die Debatte erkennbar auf den Geist. Der Kandidat schimpft über „kleinliche parteipolitische Scharmützel“, die von der „dritten Reihe“ der Union losgetreten worden seien. „Das muss man diesen Leuten gönnen, dann kommen sie auch mal ins Fernsehen“, sagt Schulz auf die vierte Nachfrage erkennbar genervt. „Glauben Sie mir, die Leute haben von dieser Art der Debatte die Nase gestrichen voll.“ Man müsse dafür sorgen, dass diese marodierenden Banden in Europa nicht frei rumlaufen können. Punkt.

Zwei Tage ist Schulz im Freistaat unterwegs. Eigentlich soll es schöne Bilder für den Wahlkampf geben. Stattdessen muss sich der Herausforderer nun für einen Gewaltausbruch rechtfertigen, mit dem er eigentlich am wenigsten zu tun hat. In der SPD ärgert man sich deshalb darüber, dass sich Gipfel-Gastgeberin Angela Merkel so bedeckt hält. „Der Gipfel konnte abgehalten werden“, lautete ihr lapidarer Satz zu den Ereignissen. Immerhin ihr Kanzleramtsminister Peter Altmaier verteidigte Hamburg als Veranstaltungsort und die Stadt für ihr Vorgehen. Nur ging das beinahe unter.

Maas erntet Kritik für Aussage zu Konzert

Die SPD bemüht sich am Montag beinahe verzweifelt, die Debatte in neue Bahnen zu lenken. Schulz betont bei jeder Gelegenheit die tolle Arbeit der Polizei. Justizminister Heiko Maas schimpft beim „Bild“-Talk über „asoziale Schwerstkriminelle“. Aber auch sein Beitrag geht letztlich schief, als er den Vorschlag für ein Konzert „Rock gegen Links“ nicht sofort ablehnt. Der Boulevard hat seine Schlagzeile – und der Minister seinen „Shitstorm“ im Netz. Die Zusammenstellung rechter Bands, die bei solch einem Konzert auftreten könnten, gehören zu den humorvolleren Beiträgen. Später versucht Maas, seine Äußerungen via Facebook wieder einzufangen.

Lange hat man die SPD nicht so nervös erlebt. Dass ihr Vorzeige-Landespolitiker Olaf Scholz so angeschlagen aus dem Gipfel geht, hat Spuren hinterlassen. Schulz jedenfalls findet die Debatte nur „dumm“. „Wir betreiben mit solchen kleingeistigen Scharmützeln das Geschäft der Leute, die da in fast terroristischer Art eine Stadt für ihre Dämlichkeiten in Geiselhaft genommen haben.“ Dann setzt er trotzig seine Sommer-Tour fort. Heute noch Bayern. Dann NRW. Und dann, oje, in Hamburg.

Weitere Entwicklungen nach dem G20-Gipfel in Hamburg lesen Sie in unserem News-Blog.  

Mike Schier

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