+
Schulz mahnte die Kanzlerin, stärker auf Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron zuzugehen. Foto: Fabian Sommer

Bruch tranatlantischer Achse

Schulz mahnt Merkel: Mit Macron EU zusammenschweißen

Der langjährige Präsident des Europaparlaments hofft, dass das Abkommen mit dem Iran auch nach neuen US-Sanktionen noch eine Chance hat.

Berlin (dpa) - Der langjährige Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz (SPD), sieht einen Bruch der tranatlantischen Achse mit den USA und mahnt die Europäische Union zum stärkeren Zusammenrücken. "Man darf sich keine Illusionen machen über Donald Trump: Dieser Mann ist irrational."

Das sagte Schulz der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf Trumps angekündigten Ausstieg aus dem Atom-Abkommen mit dem Iran. Schulz, der bei der Bundestagswahl als SPD-Kanzlerkandidat Angela Merkel unterlegen war, mahnte die Kanzlerin, stärker auf Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron zuzugehen. Man habe in den Verhandlungen über eine große Koalition das Thema Europa im Koalitionsvertrag "nicht umsonst an die erste Stelle gesetzt". Schulz war nach Verhandlungsabschluss wegen internem Widerstand als SPD-Chef zurückgetreten und auch nicht wie geplant Außenminister geworden.

Schulz sieht ein Bremsen der Regierung, um mehr Integration in der EU zu erreichen, wie es Macron vorschwebt. "Das gilt vor allem für die CDU- und CSU-Kollegen und Angela Merkel", sagte Schulz. "Wenn Europa nicht auf seine Kraft als Friedensmacht setzt, dann verschläft es seine eigene Zukunft." Er würdigte die Verleihung des Karlspreises an Macron als Signal zur richtigen Zeit. Schulz bezeichnet ihn als seinen Freund. Die Verleihung an Macron sei eine Ermutigung, "seine grundsätzliche Überzeugung, dass sich Europa auf sich selbst konzentrieren muss, zu unterstützen", sagte Schulz. "Wir brauchen eine starke eigene europäische Außen- und Sicherheitspolitik."

In seinen Augen sei "der Atom-Deal einer der größten diplomatischen Erfolge Europas in den letzten Jahrzehnten". Das Abkommen sieht die Aufhebung von Wirtschaftssanktionen des Westens vor. Im Gegenzug soll der Iran weitgehend die Anreicherung von Uran unterlassen, so dass die Herstellung von waffenfähigem Nuklearmaterial für Atomwaffen ausgeschlossen ist.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Live: Weitere Festnahme bei Polizeieinsatz in Straßburg - Scharfschützen sichern deutsche Grenze
In Straßburg gab es am Dienstagabend Schüsse bei einem Weihnachtsmarkt. Mehrere Menschen starben, es gibt zahlreiche Verletzte. Der Täter ist weiter auf der Flucht, nun …
Live: Weitere Festnahme bei Polizeieinsatz in Straßburg - Scharfschützen sichern deutsche Grenze
AfD-Politikerin scheitert erneut bei Wahl zur Bundestagsvize
Berlin (dpa) - Die AfD-Abgeordnete Mariana Harder-Kühnel ist bei der Wahl zur stellvertretenden Bundestagspräsidentin erneut durchgefallen.
AfD-Politikerin scheitert erneut bei Wahl zur Bundestagsvize
Israelische Armee riegelt nach Anschlag Ramallah ab
Nur wenige Tage nach einem blutigen Anschlag im Westjordanland kommt es erneut zu einer tödlichen Attacke eines Palästinensers auf Israelis. Die Armee schließt …
Israelische Armee riegelt nach Anschlag Ramallah ab
Brief aufgetaucht: Weihnachtsmarkt-Attentäter Amri hatte wohl weiteren Anschlag geplant
Im Dezember 2016 raste Anis Amri mit einem Lastwagen auf einen Berliner Weihnachtsmarkt. Jetzt kommen neue Details zu seinen Plänen ans Licht. 
Brief aufgetaucht: Weihnachtsmarkt-Attentäter Amri hatte wohl weiteren Anschlag geplant

Kommentare