Lindner: „Ich schließe nichts aus“

„Spiegel“: Schulz und Gabriel flirten mit der Ampel

Berlin - Führende SPD-Politiker sollen darauf setzen, nach der Bundestagswahl im September eine Koalition mit Grünen und FDP zu bilden. Doch einer will sich noch nicht festlegen.

Sowohl Kanzlerkandidat Martin Schulz als auch Ex-Parteichef Sigmar Gabriel hätten intern klar gemacht, dass es sich bei der Ampelkoalition um ihr präferiertes Bündnis handelt, berichtete der „Spiegel“ am Freitag vorab ohne Nennung einer Quelle.

Offiziell will sich die SPD im Wahlkampf nicht auf einen Partner festlegen, sondern ohne Koalitionsaussage in den Wahlkampf ziehen. Diese Linie hatten führende Sozialdemokraten erst zu Beginn der Woche nach der Wahl im Saarland bekräftigt. Die Linken fordern dagegen von der SPD, mit einem klaren Bekenntnis zu einem Linksbündnis in den Wahlkampf zu ziehen.

Einflussreiche Bundestagsabgeordnete der SPD sprachen sich im "Spiegel" ebenfalls für ein Bündnis mit FDP und Grünen aus. "Die Ampelkoalition passt für uns am besten, weil die Gemeinsamkeiten mit Grünen und FDP am größten sind", sagte Fraktionsvize Carsten Schneider dem Magazin. "Wir führen zwar keinen Koalitionswahlkampf", sagte auch sein Kollege Sören Bartol, die Partei sollte aber alle Gesprächskanäle offen halten: "Das gilt besonders auch für Grüne und Liberale."

Lindner will abwarten

FDP-Chef Christian Lindner wollte sich dagegen am Freitag bei der Vorstellung des Entwurfs für das Wahlprogramm nicht auf eine Option festlegen. "Wir gehen eigenständig in die Bundestagswahl", sagte er. Lindner räumte ein, dass es in der Sache die größten Überschneidungen mit der CDU gebe. Er fügte hinzu: "Noch kennen wir das Wahlprogramm der SPD nicht.“ Eine Ampelkoalition schloss er nicht aus, „wenn sich die SPD statt rückwärtsgewandt zu reden auf Vorwärts besinnt - aber im Moment bewegt sie sich ja von uns weg", sagte Lindner dem "Tagesspiegel am Sonntag". Eine Zusammenarbeit mit den "Randparteien" AfD und Linke käme allerdings nicht in Frage.

Der "Spiegel" zitierte FDP-Vize Wolfgang Kubicki mit den Worten: "Die Ampelkoalition treibt mir keine Schweißperlen auf die Stirn." Kritisch äußerte er sich zu einem erneuten Bündnis mit CDU und CSU: "Die Union ist unser größter politischer Konkurrent im Wählermarkt, und so behandelt sie uns auch."

afp

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Niemand hört uns, niemand glaubt uns“: Jesidin trifft ihren IS-Peiniger in Schwäbisch Gmünd
Der unglaublich klingende Fall einer jungen verschleppten Jesidin beschäftigt Behörden und Politik in Baden-Württemberg. In Deutschland erkannte sie ihren Peiniger von …
„Niemand hört uns, niemand glaubt uns“: Jesidin trifft ihren IS-Peiniger in Schwäbisch Gmünd
CDU-Spitze lehnt Spurwechsel im Asylrecht weiterhin ab
Berlin (dpa) - Die CDU-Spitze lehnt einen Wechsel für abgelehnte, aber geduldete Asylbewerber in den deutschen Arbeitsmarkt strikt ab.
CDU-Spitze lehnt Spurwechsel im Asylrecht weiterhin ab
Außenminister Maas in Auschwitz: „Hölle auf Erden war eine deutsche Schöpfung“
Außenminister Heiko Mass hat das ehemals größte Vernichtungslager der Nazis in Auschwitz besucht. Für das Gedenkbuch der Gedenkstätte fand er bewegende Worte.
Außenminister Maas in Auschwitz: „Hölle auf Erden war eine deutsche Schöpfung“
ZDF beklagt Schikane bei Pegida-Demo - DJV: „Polizei lässt sich von Wutbürgern vor Karren spannen“
Der Fall Sami A. sorgt für Empörung. Währenddessen beklagt das ZDF Schikane beim Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Dresden. Der News-Ticker.
ZDF beklagt Schikane bei Pegida-Demo - DJV: „Polizei lässt sich von Wutbürgern vor Karren spannen“

Kommentare