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Anton Hofreiter und Winfried Kretschmann (re.).

„CSU ist sehr geschmeidig“

Schwarz-Grün in Bayern? Grüne-Spitzenpolitiker streiten schon jetzt

Nach einer absoluten Mehrheit bei der Landtagswahl sieht es für die CSU nicht aus. Bei den Grünen erreicht der Streit um eine mögliche Koalition schon jetzt die Spitzen-Etage.

Stuttgart - Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hält trotz aller politischen Differenzen eine Koalition seiner Partei mit der CSU in Bayern nicht für völlig ausgeschlossen. Sicher gäben die bayerischen Grünen im Landtagswahlkampf keine Koalitionsaussage zugunsten der CSU. Aber die bayerischen Grünen wollten auch nicht in der Opposition bleiben, sondern strebten an, das Land mitzuregieren, sagte Kretschmann am Dienstag in Stuttgart. Ob das gelinge, werde sich in möglichen Verhandlungen zeigen.

Kretschmann beschwichtigt: „Die CSU ist sehr geschmeidig“

„Die CSU ist sehr geschmeidig“, sagte Kretschmann, der im Südwesten mit der CDU als Juniorpartner regiert. Die Grünen seien das auch. Seine Partei denke in langen Linien. „Das geht gar nicht anders, wenn man die Ökologie zum Kernthema hat. Man braucht einen langen Atem und das Wissen, dass auch Umwege zum Ziel führen.“ 

In Bayern stehen im Oktober Landtagswahlen an. Bislang regiert die CSU dort alleine, aber ihr droht der Verlust der absoluten Mehrheit. In dem Bundesland rangeln SPD, Grüne und Alternative für Deutschland (AfD) laut der jüngsten Umfragen um den Platz der zweistärksten Partei.

Widerspruch kam vom Fraktionschef der Grünen im Bundestag, dem links-grünen Bayern Anton Hofreiter: „Mit einer CSU die den Multilateralismus beenden will, die Flüchtlinge als Asyltouristen, Anwälte als Anti-Abschiebe-Industrie verunglimpft und die sich auf Bundesebene vollkommen verantwortungslos verhält, kommen wir nicht zusammen“, sagte Hofreiter der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf die Haltung der CSU im Asylstreit mit ihrer Schwesterpartei CDU.

Lesen Sie auch: Seehofer setzt Merkel Frist, dann spottet er über die Kanzlerin - ein Blick hinter die Kulissen des Asyl-Streits

dpa

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