+
Reiner Haseloff ist Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt.

98,4 Prozent Zustimmung

Weg für Schwarz-Rot-Grün in Sachsen-Anhalt ist frei

Burg/Magdeburg - Nach der CDU haben auch SPD und Grüne in Sachsen-Anhalt auf Parteitagen der bundesweit ersten Dreier-Koalition dieser Art ihren Segen gegeben. Das letzte Wort haben jetzt die Landtagsabgeordneten.

Parteitage von CDU, SPD und Grünen haben den Weg zur bundesweit ersten schwarz-rot-grünen Landesregierung in Sachsen-Anhalt frei gemacht. Nach der CDU am Freitagabend stimmten am Samstag auch SPD und Grüne für den Koalitionsvertrag. Am Montag kann sich somit Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) im Magdeburger Landtag der Wahl für eine zweite Amtszeit stellen. Ob dies bereits im ersten Durchgang gelingt, ist ungewiss.

Alle drei Parteien sehen einen Großteil ihrer Forderungen im Koalitionsvertrag als erfüllt an. Vereinbart wurde unter anderem die Einstellung von mehr Lehrern und Polizisten. Zudem sollen die Kommunen mehr Geld erhalten. Gleichzeitig will die neue Koalition keine neuen Schulden machen.

SPD-Landeschef Burkhard Lischka warb am Samstag auf dem Parteitag in Burg energisch für das Bündnis. Sachsen-Anhalt brauche diese Koalition, um einen direkten oder indirekten Einfluss der rechtspopulistischen AfD zu verhindern. „Denn das wäre eine Katastrophe für Sachsen-Anhalt“, sagte er.

Grünen-Landeschefin Cornelia Lüddemann forderte, ihre Partei müsse der „Stabilitätsanker“ im Regierungsbündnis sein. Ihr Ziel sei es, Ruhe, Sachlichkeit und Konstruktivität in das Regierungsbündnis zu bringen. „Wir sind kein Anhängsel der Koalition“, betonte Lüddemann.

Haseloff hatte bereits am Freitagabend seine Partei eindringlich zur Unterstützung aufgerufen. Er sprach vom „schicksalhaftesten Parteitag“ der vergangenen 25 Jahre. Es müsse deutlich gemacht werden, dass die demokratischen Parteien in der Lage seien, eine stabile Regierung zu bilden.

Die rechtspopulistische AfD hatte bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt fast jede vierte Stimme erhalten. Die SPD kam am 13. März nur noch auf 10,6 Prozent und hatte damit rund die Hälfte ihrer Wählerschaft verloren. Die Grünen schafften nur knapp den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde. Im Landtag haben CDU, SPD und Grüne nur eine knappe Mehrheit.

Die Unterzeichnung des Koalitionsvertrages ist für Sonntagabend ist geplant. Ob Haseloff am Montag bereits im ersten Wahlgang die Zustimmung der Landtagsmehrheit erhält, ist unklar. Denn kein Abgeordneter ist an die Beschlüsse der Parteitage gebunden und die Wahl ist geheim. Sollte sie im ersten Anlauf scheitern, ist eine Wiederholung noch am selben Tag denkbar. Wenn auch dann keine Mehrheit zustande kommt, muss der Landtag über Neuwahlen abstimmen. Wird dies abgelehnt, reicht für die Wahl des Regierungschefs die einfache Mehrheit.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Gauland sorgt bei „Anne Will“ für Gelächter - Unmut in Union über Merkel
Zäsur in der deutschen Politik: Mit der AfD zieht wieder eine Partei rechts der Union in den Bundestag ein. Die SPD stürzt völlig ab. Und Merkel bleibt Kanzlerin - doch …
Gauland sorgt bei „Anne Will“ für Gelächter - Unmut in Union über Merkel
„Das Land rückt nach rechts“: Pressestimmen zur Bundestagswahl
Mit Spannung ist das Ergebnis der Bundestagswahl erwartet worden. Die Pressestimmen aus Deutschland und dem Ausland zeigen nun vor allem Besorgnis.
„Das Land rückt nach rechts“: Pressestimmen zur Bundestagswahl
Twitter-Aktion gegen die AfD: „Ich bin #87Prozent“
Rund 13 Prozent hat die AfD bei der Bundestagswahl geholt. Die Partei hatte immer wieder angeprangert die Sorgen und Ängste der Bürger würden kein Gehör finden. Nun …
Twitter-Aktion gegen die AfD: „Ich bin #87Prozent“
Schröder reloaded: Schulz-Auftritt in „Berliner Runde“ polarisiert
Wie einst Gerhard Schröder: Martin Schulz hat in der „Elefantenrunde“ die Union scharf attackiert. Einige Beobachter hätten sich dieses Auftreten früher gewünscht.
Schröder reloaded: Schulz-Auftritt in „Berliner Runde“ polarisiert

Kommentare