+
Außenministerin Margot Wallström verkündete am Donnerstag, dass Schweden Palästina als eigenständigen Staat anerkennen wird.

Als erstes westliches Land

Schweden erkennt Palästinenserstaat an

Stockholm - Als erstes westliches Land hat Schweden die Anerkennung Palästinas als eigenständigen Staat beschlossen. Das verkündete die Regierung am Donnerstag.

"Die Regierung fällt heute die Entscheidung, den Staat Palästina anzuerkennen", erklärte Außenministerin Margot Wallström. Schweden ist das erste westliche EU-Land, das diese Entscheidung getroffen hat.

Die Anerkennung sei ein "wichtiger Schritt", der die Rechte der Palästinenser auf Selbstbestimmung bestätige, schrieb Wallström in einer Stellungnahme in der Tageszeitung "Dagens Nyheter". Schwedens neuer Ministerpräsident Stefan Löfven hatte die Anerkennung Palästinas bei seiner Antrittsrede Anfang Oktober angekündigt. Israel hatte dies scharf kritisiert.

Von den EU-Staaten erkannten bisher mit Malta und Zypern nur zwei kleinere und neuere Mitgliedsländer Palästina als Staat an. In London sprach sich das britische Unterhaus vor zwei Wochen ebenfalls für den Schritt aus. Das Votum ist aber nicht bindend für die Regierung.

Abbas begrüßt Anerkennung Palästinas durch Schweden

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat die Entscheidung Schwedens zur Anerkennung eines eigenständigen Palästinenserstaates begrüßt. Es handele sich um einen "mutigen und historischen" Schritt, sagte Abbas am Donnerstag nach Angaben seines Sprechers Nabil Abu Rudeina. Abbas rief demnach weitere Länder auf, der Entscheidung Schwedens zu folgen.

Die Entscheidung aus Stockholm sei eine Reaktion auf die "israelischen Maßnahmen in Jerusalem", sagte Abu Rudeina mit Blick auf die zunehmenden Spannungen im besetzten Ost-Jerusalem. Seit Wochen gibt es dort Zusammenstöße zwischen Palästinensern und israelischen Polizisten. International verurteilt wurden zudem die Pläne der israelischen Regierung, den Siedlungsbau in Ost-Jerusalem weiter voranzutreiben.

Israel beordert Botschafter aus Schweden zurück

Aus Protest hat Israel nun seinen Botschafter aus Stockholm zurückbeordert. Das berichteten am Donnerstag mehrere israelische Medien übereinstimmend. Das Außenministerium war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Ein Beamter des Außenministeriums sagte der Zeitung „Haaretz“, der Botschafter werde nach seiner Rückkehr bis auf weiteres in Israel bleiben.

AFP/dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Martin Schulz: „Jamaika wird nicht scheitern“
Angela Merkel will bei den Koalitionsgesprächen zur Regierungsbildung nicht nur mit FDP und Grünen sprechen, sondern auch mit der SPD. Doch Schulz ließ Merkel direkt …
Martin Schulz: „Jamaika wird nicht scheitern“
Wahlsieger AfD vor Zerreißprobe - und auch in der Union rumort es
Nach der Rechtsruck-Wahl vom Sonntag sortieren sich die Parteien. Die rechte AfD hat ihren ersten Eklat. Und die CSU denkt kurz über ihre Fraktionsgemeinschaft mit der …
Wahlsieger AfD vor Zerreißprobe - und auch in der Union rumort es
Investitionsplan soll Macrons Reformpolitik unterstützen
Es ist der zweite Pfeiler des Wirtschaftsprogramms von Frankreichs Präsident Macron. Neben Strukturreformen sollen gezielte Investitionen helfen, die hohe …
Investitionsplan soll Macrons Reformpolitik unterstützen
Wahlforscher: Medien und Parteien haben AfD im Schlussspurt erst groß gemacht
Die vier großen Umfrageinstitute führen das gute Abschneiden der AfD bei der Bundestagswahl 2017 auch auf eine große Präsenz in den Medien und im Wahlkampf der anderen …
Wahlforscher: Medien und Parteien haben AfD im Schlussspurt erst groß gemacht

Kommentare