+
Ein Feuerwehrmann nach einer Explosion in Damaskus im Einsatz. Nun hat es am Flughafen der Stadt mehrere Explosionen gegeben. Foto: SANA HANDOUT/Archiv

Angriff gegen Hisbollah?

Israelische Armee bombardiert Syrien

Israels Armee hat zuletzt mehrfach Ziele in Syrien angegriffen. Sie dürfte vor allem die Schiiten-Miliz Hisbollah im Visier haben. Israel will verhindern, dass diese hochentwickelte Waffen bekommt.

Damaskus (dpa) - Ein israelischer Luftangriff hat nach Angaben des syrischen Militärs eine Armeeposition nahe dem internationalen Flughafen der Hauptstadt Damaskus getroffen.

Dort seien am Donnerstag mehrere Raketen eingeschlagen, hieß es aus syrischen Armeekreisen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete. Zeugen berichteten von schweren Explosion am Flughafen. Dort seien große schwarze Rauchwolken in den Himmel aufgestiegen.

Ein Sender der libanesischen Schiiten-Miliz Hisbollah berichtete, es seien Öltanks und ein Lager getroffen worden. Aus syrischen Armeekreisen hieß es weiter, die Raketen seien von den von Israel besetzten Golanhöhen abgeschossen worden. Es habe Sachschaden gegeben.

Die israelische Armee wollte den Bericht nicht kommentieren. Israels Geheimdienstminister Israel Katz sagte jedoch dem Armeeradio: "Der Vorfall steht ganz im Einklang mit unserer Politik, Irans Schmuggel von hochentwickelten Waffen durch Syrien an die Hisbollah zu verhindern." Sein Berater Arye Shalicar erklärte, Israel werde nicht erlauben, dass Waffen wie Raketen über Syrien zur Hisbollah gelangen.

Israelische Jets hatten zuletzt mehrfach Ziele in Syrien bombardiert. Die meisten Angriffe dürften sich gegen die Hisbollah gerichtet haben. Die Miliz ist im Bürgerkrieg ein wichtiger Verbündeter von Präsident Baschar al-Assad und kämpft an der Seite der Regierung. Die vom Iran finanzierte Miliz betrachtet Israel als Erzfeind. 2006 bekämpften sich Israel und die Hisbollah im Libanon-Krieg.

Syriens Regierung wies unterdessen den Vorwurf Frankreichs zurück, sie sei für den mutmaßlichen Giftgasangriff auf die Stadt Chan Scheichun mit mehr als 80 Toten verantwortlich. Syrien verurteile die "Täuschungs- und Lügenkampagne" und die "konstruierten Beschuldigungen", erklärte das Außenministerium in Damaskus. Frankreichs Außenminister Jean-Marc Ayrault hatte am Mittwoch erklärt, Experten hätten in Proben vom Angriffsort das Nervengas Sarin nachgewiesen, das "die Signatur des Regimes" trage.

Bei Luftangriffen im Nordwesten Syriens starben Aktivisten zufolge zugleich 16 Zivilisten, darunter sieben Kinder. Die Bomben hätten in der Provinz Idlib auch eine Klinik getroffen, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Aktivisten machten russische Jets dafür verantwortlich. In den vergangenen Wochen hatte es mehrere Berichte über Angriffe auf Kliniken in Rebellengebieten gegeben.

Syrische Regierungskräfte konnten zudem nach eigenen Angaben im Zentrum des Landes das Gasfeld Al-Schair von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zurückerobern. Dieses liegt in der Nähe der Oasenstadt Palmyra. Die Gasfelder und Pipelines in der Region sind von zentraler Bedeutung für die Energieversorgung des Landes.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bundestag diskutiert über Auslandseinsätze der Bundeswehr
Berlin (dpa) - Der neue Bundestag befasst sich an diesem Dienstag mit der Verlängerung von gleich mehreren Auslandseinsätzen der Bundeswehr.
Bundestag diskutiert über Auslandseinsätze der Bundeswehr
Weltweit Millionen junge Arbeitslose
Genf (dpa) - Weltweit sind nach einer neuen UN-Analyse 70,9 Millionen junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren arbeitslos. Das entspricht einer Quote von 13,1 Prozent, …
Weltweit Millionen junge Arbeitslose
Kommentar: Ende mit Schrecken
Nach dem Erdbeben der Sonntagnacht steht Berlin unter Schock. Das System Merkel wankt.Ein Kommentar von Merkur-Chefredakteur Georg Anastasiadis.
Kommentar: Ende mit Schrecken
CDU Niedersachsen stimmt Koalitionsvertrag mit SPD zu
Auch die CDU hat dem Vertrag zur Bildung der großen Koalition in Niedersachsen zugestimmt. Sie plant nach einer selbstkritischen Wahlkampfanalyse die Neuaufstellung. Nun …
CDU Niedersachsen stimmt Koalitionsvertrag mit SPD zu

Kommentare