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Israelischer Raketenangriff auf Gazastreifen

Antwort auf "terroristische Aktionen"

Schwere Luftangriffe im Gazastreifen - größte israelische Offensive seit 2014 

Die israelische Armee hat im Gazastreifen nach eigenen Angaben die schwersten Luftangriffe seit dem Gaza-Krieg 2014 geflogen.

Tel Aviv - Bei den Bombardements vom Samstag habe es sich um "die größte Offensive seit 'Protective Edge'" gehandelt, sagte Brigadegeneral Zvika Haimovic von der israelischen Luftwaffe vor Journalisten mit Blick auf den damaligen Militäreinsatz gegen die radikalislamische Hamas im Gazastreifen.

Der Armeeeinsatz "Protective Edge" ("Schutzlinie") hatte im Juni 2014 begonnen und 50 Tage lang gedauert. Dabei wurden mehr als 2100 Palästinenser getötet, ein Großteil davon Zivilisten. Auch 74 Israelis starben, die meisten von ihnen waren Soldaten.

Armeesprecher Jonathan Conricus hatte am Samstag zunächst gesagt, es habe sich um den größten Tageslicht-Einsatz der Armee seit dem Gaza-Krieg gehandelt. Unter anderem seien zwei Tunnel und ein Hauptquartier der Hamas getroffen worden. Nach Angaben der Hamas wurden zwei palästinensische Jugendliche im Alter von 15 und 16 Jahren getötet.

Am Freitag hatten sich palästinensische Demonstranten und die israelische Armee erneut heftige Auseinandersetzungen an der Grenze des Gazastreifens geliefert. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza wurde dabei ein 15-jähriger Junge getötet. Zudem erlag am Samstag ein 20-Jähriger seinen Schussverletzungen vom Vortag, wie das Ministerium mitteilte. 220 weitere Palästinenser seien verletzt worden.

Nach Angaben der Armee wurde auch ein israelischer Soldat verletzt. Israel beschuldigte die Demonstranten, die Sicherheitskräfte unter anderem mit Granaten und Brandsätzen angegriffen zu haben. Als Antwort auf diese "terroristischen Aktionen" hatte das israeliche Militär Luftschläge gegen die Hamas angekündigt.

Seit Ende März protestieren immer wieder Palästinenser an der Grenze zwischen Israel und dem Gazastreifen, der von Israel seit Jahren abgeriegelt wird. Dabei wurden mindestens 141 Palästinenser getötet und rund 4000 verletzt.

dpa

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