+
Ivanka Trump begrüßt Kanzlerin Angela Merkel beim W20-Treffen in Berlin.

W20-Gipfeltreffen in Berlin

Schwere Vorwürfe: Ivanka Trump verteidigt ihren Vater

Berlin - Bei der W20-Diskussion zum Thema „Frauen in der Arbeitswelt“ hat Ivanka Trump, Tochter des US-Präsidenten Donald Trump, ihren Vater gegen die schweren Anschuldigungen der Medien verteidigt.

Bei ihrem Besuch in Berlin hat US-Präsidententochter Ivanka Trump ihren Vater gegen den Vorwurf der Frauenfeindlichkeit in Schutz genommen. Der US-Präsident sei "fest davon überzeugt, dass Frauen das Potenzial und das Können besitzen, den Job genauso gut wie Männer zu erledigen", sagte Ivanka Trump am Dienstag auf der internationalen W20-Konferenz zur Stärkung von Frauen in der Arbeitswelt. "Die tausenden von Frauen, die über Jahrzehnte im Privatsektor für meinen Vater gearbeitet haben, legen davon Zeugnis ab."

Im US-Wahlkampf hatten mehrere Frauen Belästigungsvorwürfe gegen Donald Trump erhoben. Zudem war ein Videomitschnitt mit abfälligen Äußerungen Trumps über Frauen aufgetaucht. Ivanka Trump äußerte sich dazu auf einer Podiumsdiskussion beim W20-Treffen, an der auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) teilnahm. Moderatorin Miriam Meckel hatte den Gast aus Washington auf die Kritik am Umgang ihres Vaters mit Frauen angesprochen.

Ivanka Trump: „Werde Wissen und Ratschläge zu meinem Vater bringen“

Ivanka Trump entgegnete, dass ihr diese Kritik bekannt sei. Aus persönlicher Erfahrung könne sie aber sagen, dass ihr Vater ein "enormer Unterstützer" der Stärkung von Frauen und Familien sei. Ziel ihres Besuchs in Berlin als Tochter und Beraterin des Präsidenten sei es, "zuzuhören und zu lernen und Rat zu suchen", sagte sie. "Ich werde Wissen und Ratschläge zurück in die USA und zu meinem Vater bringen."

Das Weiße Haus hatte im Vorfeld mitgeteilt, dass Ivanka Trump auf „direkte Einladung“ der Kanzlerin nach Berlin reise. Vizeregierungssprecher Georg Streiter stellte am Montag klar, dass Trump auf Einladung des Verbands deutscher Unternehmerinnen komme - dass diese Einladung aber auf einen „Wink“ der Bundesregierung erfolgt sei.

Die Idee zu Ivanka Trumps Visite entstand bei Merkels Washington-Besuch im März. Dort hatte die Kanzlerin erstmals die Tochter des Präsidenten getroffen, der großer Einfluss auf die Politik im Weißen Haus nachgesagt wird. Präsident Trump ernannte die 35-Jährige kürzlich offiziell zu seiner Beraterin, sie hat ein eigenes Büro im Weißen Haus. Auch ihr Mann Jared Kushner wirkt als Präsidentenberater im Weißen Haus.

W20: Diskussion zum Chancenausgleich von Männern und Frauen

Women20 ist Teil des Dialogprozesses der G20 - der Runde der führenden Industrie- und Schwellenländer. Das W20-Format bringt regelmäßig Vertreterinnen von Wirtschaft, Verbänden und Politik zusammen. Sie beraten darüber, wie die wirtschaftliche Lage von Frauen und ihre Stellung am Arbeitsmarkt verbessert werden kann und wie ihnen Wege ins Unternehmertum eröffnet werden können. Deutschland hat in diesem Jahr die G20-Präsidentschaft inne und richtet im Sommer den G20-Gipfel aus.

Neben Merkel und Trump nahmen an der Podiumsdiskussion unter anderem die niederländische Königin Maxima, die kanadische Handelsministerin Chrystia Freeland und die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, teil. Die W20-Konferenz soll am Mittwoch enden. Das Besuchsprogramm von Ivanka Trump sah für Dienstag noch einen Besuch bei der Technikakademie von Siemens und am Holocaust-Mahnmal vor.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kampf gegen IS: Bundeswehr setzt Ausbildung der Peschmerga im Nordirak fort
Die Bundeswehr hat die Ausbildung kurdischer Peschmerga-Kämpfer im Nordirak am Sonntag nach gut einwöchiger Unterbrechung wieder aufgenommen.
Kampf gegen IS: Bundeswehr setzt Ausbildung der Peschmerga im Nordirak fort
"Gegen Hass und Rassismus im Bundestag": Demo in Berlin
Das Ziel der Veranstalter schien äußerst ehrgeizig, dann aber übertrifft die Beteiligung an ihrer Demonstration sogar ihre Erwartungen. Der Einzug der AfD in den …
"Gegen Hass und Rassismus im Bundestag": Demo in Berlin
Trump hat keine Einwände gegen deutsche Geschäfte mit dem Iran
Trotz seines Konfrontationskurses in der Iran-Politik hat US-Präsident Donald Trump keine Einwände gegen die wachsenden Iran-Geschäfte der deutschen Wirtschaft.
Trump hat keine Einwände gegen deutsche Geschäfte mit dem Iran
Tausende demonstrieren nach Journalisten-Mord auf Malta
Malta ist vielen nur als schöne Urlaubsinsel bekannt. Ein Journalisten-Mord rüttelt die Gesellschaft nun auf. Denn Korruption und mafiöse Geschäfte rücken das EU-Land …
Tausende demonstrieren nach Journalisten-Mord auf Malta

Kommentare