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Umfragebeben in Österreich: Fast 50 Prozent wollen Neuwahlen - Ende von Kanzler Kurz?

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Von: Kathrin Reikowski

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Sebastian Kurz mit einer FFP2-Maske
Umfragebeben in Österreich: Sebastian Kurz in der Wiener Staatsoper im Mai 2021 © Joe Klamar/AFP

Knapp die Hälfte aller Österreicher:innen spricht sich im Zuge der Falschaussage-Vorwürfe gegen Kanzler Sebastian Kurz für Neuwahlen aus. Für Kurz ist das aber noch kein Grund zur Beunruhigung.

Wien - Jeder zweite Österreicher will Neuwahlen. Das geht aus einer ÖSTERREICH-Umfrage hervor, die das Institut Research Affairs unter Tausend Teilnehmer:innen in der vergangenen Woche durchgeführt hat, wie OE24 berichtet. Etwa 46 Prozent der Befragten hatten sich darin für Neuwahlen ausgesprochen. Und auch die Zustimmungswerte für die ÖVP sinken, ebenso wie die Zustimmungswerte für Sebastian Kurz.

Hintergrund dürfte sein, dass Kurz vorgeworfen wird, in einem Untersuchungsausschuss vorsätzlich die Unwahrheit gesagt zu haben. So hatte er bestritten, dass er seinen Vertrauten Thomas Schmid darin unterstützt hatte, Vorsitzender der mächtigen Staatsholding ÖBAG zu werden. Inzwischen vorliegende Kurznachrichten des Kanzlers klingen aber etwas anders. „Ich ruf ihn gern an, bin nur nicht sicher, ob das nützt?!“ soll er unter anderem an Schmid geschrieben haben.

Umfrage in Österreich: 46 Prozent der Bürger wollen Neuwahlen - Kurz in Bedrängnis?

Kurz selbst bestreitet weiterhin, absichtlich die Unwahrheit gesagt zu haben. Seine Befragung habe lange angedauert und sei sehr hitzig abgelaufen, sagte Kurz später. Der Ibiza-Untersuchungsausschuss beschäftigt sich - jenseits des Ibiza-Videos um den damaligen FPÖ-Vorsitzenden Heinz-Christian Strache - mit Korruptionsvorwürfen gegen die damalige ÖVP- und FPÖ-Regierung.

Das Video hatte zum Zusammenbruch der österreichischen Regierung geführt und - nach Neuwahlen zu einer neuen Regierung unter Kurz. Seit Januar 2020 regiert Kurz´ÖVP gemeinsam mit den Grünen.

Umfragewerte in Österreich dennoch gut für Sebastian Kurz

Dass sich fast die Hälfte aller Bürger:innen für Neuwahlen ausspricht, bringt Kurz aber weiterhin nicht in Bedrängnis. Denn wären demnächst Wahlen, würden immer noch 34 Prozent die ÖVP wählen. Das ist zwar der schlechteste Wert seit dem Sommer 2019, aber dennoch ein großer Vorsprung gegenüber der Konkurrenz. Die SPÖ kommt laut Umfrage auf 22 Prozent, die FPÖ auf 17 Prozent, die NEOS auf 12 Prozent. Und die Grünen kämen mit 11 Prozent nur noch auf Platz 5.

Auch für Kurz selbst sehen die Umfragewerte noch gut aus: Hier verliert Kurz lediglich 2 Prozent und liegt mit 41 Prozent immer noch mit großem Vorsprung vor den anderen Parteien. (kat)

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