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Seehofer trifft König Abdallah bin Abdulaziz Al Saud.

Unser Reporter ist vor Ort

Saudi-Arabien: Seehofer wirbt für Export von militärischen Gütern

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München/Riad - Bayerns Ministerpräsident ist auf heikler Mission in Saudi Arabien und Katar unterwegs. Unser Reporter Mike Schier ist vor Ort, wir begleiten die Reise mit einem Ticker und lernen Ungewöhnliches.

+++ Anders als Siegmar Gabriel wirbt Seehofer für den Export von militärischen Gütern nach Saudi-Arabien.

+++ Seehofer reagiert auf Forderungen, er solle in seinem Gespräch mit dem saudischen König mutig die Lage der Menschenrechte ansprechen. „Ich habe die Situation der Menschenrechte in angemessener Form angesprochen“, sagt er nach dem Treffen mit dem König. „Ich möchte keine Schlagzeilen produzieren, sondern durch unser Handeln Menschen helfen.“

Seehofer zu Besuch in Saudi-Arabien

+++ Seehofer ist sichtlich beeindruckt von der Persönlichkeit des Königs. Vorher hat seine Frau ihm noch eine spaßige SMS geschickt: "Viel Glück. Zwei Könige." Seehofer hat das mit einem Schmunzeln erzählt. Nach dem Treffen aber ist der Ministerpräsident sehr ernst. Saudi-Arabien sei ein wichtiger Stabilitätsanker in der Region. Ständig kämen neue Konfliktherde hinzu. "Es ist in deutschem, in bayerischem Interesse, dass ein politisch und wirtschaftlich so stabiles Land wie Saudi-Arabien auch in Zukunft stabil steht."

+++ Treffen mit dem König: Der alte Machthaber König Abdallah bin Abdulaziz Al Saud (Titel: "Hüter der beiden Heiligen Stätten und König von Saudi-Arabien") ist im Januar verstorben. Sein Halbbruder Salman übernahm.

+++ Besuch der King Saud University:Auf dem Programm steht die Besichtigung eines Labors. Hier gibt es ein gemeinsames Projekt mit der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) zur Krebserkennung. LMU-Präsident Bernd Huber gehört auch zur Delegation.

Die linke Hand gilt als unrein

+++ Wir lernen: Die linke Hand nur in Ausnahmefällen benutzen. Sie dient der Intimreinigung und gilt deshalb als unrein. Gegessen wird nur mit rechts. Auch das Daumenhoch-Zeichen sollte vermieden werden, es gilt in Saudi-Arabien als obszön.

+++ Riad und München trennen Welten. Auf den Straßen sieht man nur vollverschleierte Frauen. Auch den - wenigen - weiblichen Mitgliedern der Seehofer-Delegation ist das Tragen einer Abaya empfohlen. Die Begeisterung hält sich in Grenzen. Unter anderem begleiten Seehofer die Amtschefin der Staatskanzlei Karolina Gernbauer und Regierungssprecherin Daniela Philippi. Zwischen den Geschlechtern ist offener Augenkontakt zu vermeiden. Das Konservative steht im krassen Widerspruch zu der modernen Architektur. Seehofers Tross jagt an modernsten Wolkenkratzern vorbei, er selbst ist im Kempinski abgestiegen.

+++ Seehofer wird auf seiner insgesamt 40. Auslandsreise vom Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, Franz Pschierer (CSU), begleitet. Ilse Aigner hatte eine Teilnahme abgesagt. Pschierer führt eine Delegation von Unternehmern an, die sich Geschäfte in der Region erhoffen. In Deutschland heftig umstrittene Waffenlieferungen dürften jedoch nicht darunter sein.

+++ Es ist früh losgegangen: Die Delegation hat den ersten Termin um 6.15 Uhr deutscher Zeit absolviert. Es folgt ein Gespräch mit dem Vizepräsidenten. Saudi-Arabien ist keine Demokratie, sondern eine absolute Monarchie. Wichtige Posten werden vom König bestellt, Opposition oder Gewerkschaften gibt es keine. Der Islam ist Staatsreligion. Das Land gilt als deutlich konservativer als andere in der Region. Es ist der größte Erdölexporteur der Welt. Der reiche Staat ist deshalb auch wichtigster Arbeitgeber, die bayerische Wirtschaft hofft auf Aufträge durch staatliche Investitionen. Auch deshalb ist es so wichtig, dass mit Seehofer ein Politiker den Türöffner spielt. "Die Golfregion ist ein wichtiger Zukunftsmarkt für Bayern", sagt der Ministerpräsident. Im Blick hat er sowohl Infrastrukturprojekte, als auch Energie- oder Medizinaufträge.

+++ Die Reise hat im Vorfeld für einigen Wirbel gesorgt. Saudi-Arabien wird im Westen immer wieder wegen Verletzung von Menschenrechten und der Stellung der Frauen kritisiert. In der Öffentlichkeit herrscht strikte Geschlechtertrennung, Frauen ist das Autofahren verboten. Das britische Magazin "Economist" veröffentlichte 2011 ein Demokratie-Rating mit Saudi-Arabien an 161. Stelle von 167 Ländern.

Die Landtagsopposition hat deshalb im Vorfeld ein klares Signal von Seehofer verlangt. Schon in China hatte der Ministerpräsident aber ein starkes Zeichen vermieden. Er setzt lieber auf leise Diplomatie, was der Opposition nicht weit genug geht. In China hatte sich die Grünen-Fraktionsvorsitzende Margarete Bause heimlich mit dem Künstler und Aktivisten Ai Weiwei getroffen. Ein Paukenschlag, der Seehofer schwer verärgerte. Vorab verwies er mitreisende Politiker auf die Benimmregeln. Tenor: "Wir sind auf Staatsbesuch, nicht auf Klassenfahrt." Aus dem Landtag sind zwei Abgeordnete dabei: CSU-Fraktionschef Thomas Kreuzer und mit Alexander Muthmann (Freie Wähler) ein Oppositionsvertreter.

Horst Seehofer zu Besuch in Saudi Arabien und Katar

Horst Seehofer ist zu seinem Staatsbesuch in Saudi Arabien eingetroffen. Nach fünfeinhalb Stunden Flug landete der Ministerpräsident am Samstagabend mit einer Chartermaschine in Riad, wo er am Sonntag unter anderem die King Saud University besucht. Höhepunkt des Tages ist das Gespräch mit dem saudischen König Salman. Das Gespräch im Königspalast ist für die Mittagszeit geplant. Zudem sind in Riad Treffen mit mehreren Ministern vorgesehen. Am Montagnachmittag reist der bayerische Regierungschef dann weiter nach Katar, wo er am Dienstag vom Emir, Scheich Tamim Bin Hamad al-Thani, empfangen wird.

Beim Abflug gab sich der Ministerpräsident gut gelaunt - anders als in den vergangenen Tagen, in denen er sich mehrfach über negative Berichterstattung beschwert hatte.

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