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Oh nein, wie gibt's denn das? Seehofer und Otto.

Posse um Bayerischen Filmpreis

Seehofer ehrt Otto - und keiner von beiden kommt

München –Posse um den Bayerischen Fernsehpreis: Der Ministerpräsident lädt ein, um feierlich den Ehrenpreis zu verleihen – der Preisträger aber kommt nicht. Und der Ministerpräsident dann auch nicht.

Preisträger Otto Waalkes hat als erster die große Gala abgesagt. Er müsse zeitgleich in Zwickau auf der Bühne stehen, sagte Waalkes der „tz“. „Die Sachsen hätten vermutlich kein Verständnis, wenn sie da sitzen und ich mich stattdessen in München feiern ließe.“ Der ostfriesische Komiker benannte Willy Bogner als seinen Vertreter und kalauerte: „Der ist sogar ein echter Münchner. Ganze Stadtteile sind nach ihm benannt: Bognerhausen zum Beispiel.“

In der Münchner Polit-Szene stößt das auf enden wollendes Verständnis. Hier hält man den Ehrenpreis des Regierungschefs, vergeben für "herausragende Leistungen im deutschen Fernsehschaffen", für bedeutsamer. Hinter vorgehaltener Hand wird Enttäuschung geäußert. Für Aufsehen sorgt da nun besonders die Entscheidung von Horst Seehofer, auch nicht zum Fernsehpreis zu kommen - obwohl er hinterher mit Gattin Karin sogar noch einen Empfang versprochen hatte. Seehofer ließ statt dessen am Freitagmittag ohne Angabe von Gründen mitteilen, ihn werde Medienministerin Ilse Aigner (CSU) vertreten.

Offiziell ist in der Regierung auf Nachfrage von „Termingründen“ die Rede, inoffiziell ist allerdings auch kein anderer Abendtermin bekannt. Seehofer brauche nach extrem turbulenten Wochen mit überstandener Erkältung und zahllosen Wahlkampfauftritten parallel zum Regierungsalltag einen Moment zum Atemholen, heißt es intern. Mit dem Wahlabend ab Sonntag, dem Parteivorstand am Montagmorgen und einem Treffen mit der Kanzlerin am Abend in Berlin gehe es gleich in hohem Tempo weiter.

Seehofer sagte dem Münchner Merkur lediglich, Aigner sei „als Ressortministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin zuständig“. Als Eklat wegen Waalkes' Absage wollte der Regierungschef das aber explizit nicht verstanden wissen. Dessen Entschuldigung sei „aus meiner Sicht völlig problemlos“, sagte Seehofer auf Nachfrage. „Das kommt bei Engagierten immer wieder mal vor. Er ist immerhin auf Tournee.“

Christian Deutschländer

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