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Demonstriert haben die Startbahngegner schon oft vor der Staatskanzlei. Gestern sind sie zum Gespräch gekommen. Horst Seehofer hatte sie dazu eingeladen.

Die Argumente der Bürgerinitiativen

Seehofer empfängt die Startbahngegner

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    Sebastian Horsch
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München – Die Startbahngegner haben lange auf diese Chance gewartet. Gestern hat Horst Seehofer sie in der Staatskanzlei empfangen, um ihre Argumente zu hören. Über die Inhalte des Gesprächs haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart. Doch die Gegner sind zufrieden heimgefahren.

Hartmut Binner ist Optimist aus tiefstem Herzen. Deshalb ist er gestern guter Dinge in die Staatskanzlei marschiert. Mit Zuversicht und intensiver Vorbereitung. Denn auf diesen Termin beim Ministerpräsidenten haben er und die anderen Startbahngegner lange gewartet. Mehrmals haben sie sich vorab zu Strategie-Gesprächen getroffen, erzählt Binner. „Wir haben nur eine Stunde bei Seehofer. Da muss jede Antwort und jedes Argument sitzen.“

Die Antworten und Argumente drehen sich um Binners großes Sorgenthema: die geplante dritte Startbahn am Flughafen München. Rund 15 Vertreter der Bürgerinitiativen waren gestern bei Horst Seehofer eingeladen. Insgesamt sind etwa zehn Runden im Startbahn-Dialog geplant – auch mit Politik und Wirtschaft. Der Ministerpräsident hatte aber explizit um Einschätzungen aus der Flughafen-Region gebeten. Und die Mitglieder des Aktionsbündnisses Aufgemuckt, der Schutzgemeinschaft Erding/Freising Nord und des Bündnisses Plane Stupid haben sich vorgenommen, jede seiner Fragen so eindringlich wie möglich zu beantworten.

Über die Inhalte des Gesprächs haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart. Aufgemuckt-Sprecherin Helga Stieglmeier kam gestern jedoch sehr zufrieden aus der Staatskanzlei. Es sei ein sehr offenes Gespräch gewesen. Seehofer habe sich deutlich mehr als eine Stunde Zeit genommen und viele Nachfragen gestellt. „Er sagte, unsere Argumente seien beeindruckend und dass es sehr gut war, dass wir dagewesen sind“, berichtet Stieglmeier. Sie hatte den Eindruck, dass Seehofer ganz offen in das Gespräch gegangen ist.

Auch Binner ging zufrieden nach Hause. Seehofers Fragen deuten daraufhin, dass er tiefer schürfen wolle, ist der Aufgemuckt-Sprecher Binner überzeugt. Der Ministerpräsident sei gut informiert – vor allem, was die Flugbewegungen angehe. Binner setzt nun große Hoffnungen auf den geplanten Besuch des Ministerpräsidenten in Attaching bei Freising, den er bei dem Treffen gestern noch einmal bestätigte. „Das wird nicht nur ein wichtiges Zeichen sein“, sagt er. „Seehofer muss einmal erleben, wie es jetzt schon ist – wie viele Flugzeuge uns ständig über die Köpfe fliegen.“

Binner ist nicht nur Optimist, er ist auch Realist. Er hatte bei dem Termin in der Staatskanzlei mit keinen Zusagen gerechnet. „Wenn der Dialog beendet ist, könnte ich mir vorstellen, dass Seehofer ein Moratorium anstrebt.“ Auch die SPD hatte schon vermutet, dass Seehofer nur Argumente suche, mit denen er die unpopuläre Startbahn aufs Abstellgleis stellen könne (wir haben berichtet). Das bestreitet Seehofer jedoch: „Ich suche nicht nach einem bestimmten Ergebnis und hier wird auch nicht getrickst oder jemand hinter die Fichte geführt.“ Er werde sich nach dem Gespräch seine Gedanken machen und sich auch beraten lassen. In das Treffen gehe er aber „knallhart objektiv“, kündigte er mittags an.

Ein Moratorium wäre für die Startbahn-Gegner nur ein Teilerfolg, sagt Binner. Seine Söhne und Enkel wollen nicht mehr im Freisinger Süden wohnen, wenn die dritte Startbahn kommt. „Wir brauchen Planungssicherheit.“

Katrin Woitsch und Sebastian Horsch

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