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Horst Seehofer würde eine erneute große Koalition in Berlin gerne vermeiden.

Interview in der „Welt am Sonntag“

Seehofer erwartet neue Flüchtlingswelle - und wünscht sich Guttenberg zurück

CSU-Chef Seehofer will eine schwarz-grüne Koalition nach der Bundestagswahl nicht ausschließen. Außerdem glaubt er, dass eine neue Flüchtlingswelle auf Deutschland zurollt. In Sachen Guttenberg hat er die Hoffnung noch nicht aufgegeben.

München - CSU-Chef Horst Seehofer will eine schwarz-grüne Koalition nach der Bundestagswahl nicht ausschließen. "Natürlich wären die Grünen kein angenehmer Partner", sagte Seehofer der "Welt am Sonntag". "Aber Wahlergebnisse suchen sich ihre Koalitionen."

Eine Wiederauflage der großen Koalition will Seehofer vermeiden: "Ich habe nichts gegen die SPD, aber eine erneute große Koalition wäre für ein demokratisches Gemeinwesen keine ideale Lösung." Ein neuerliches Regierungsbündnis aus Union und SPD würde der AfD nur Auftrieb verschaffen, warnte der bayerische Ministerpräsident.

Seehofer: AfD aus dem Bundestag fernzuhalten ist möglich

Seehofer hält es nach eigenen Angaben für möglich, die AfD aus dem nächsten Bundestag fernzuhalten. Durch eine "kluge Politik" ließe sich noch erreichen, "dass wir die AfD unter die Fünf-Prozent-Hürde drücken", sagte er. Das könne gelingen, "wenn wir in der Sicherheits-, in der Türkei-, Flüchtlings- und Europapolitik so vernünftig wie bisher weitermachen."

Eine absolute Mehrheit der Union hält Seehofer wegen der von vielen Wählern skeptisch betrachteten Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) aus dem Herbst 2015 nicht mehr für möglich. Der Tag der Grenzöffnung im September 2015 sei ein "Schlüsseldatum, wenn es um die absolute Mehrheit für die Union geht", sagte der CSU-Chef.

Seehofer erwartet einen Wiederanstieg des Flüchtlingszuzugs nach Deutschland. Er sagt: „Im Moment ist die Lage beruhigt. Aber wir wissen alle: Die Migrationswelle wird weitergehen.“

Seehofer wünscht sich Rückkehr von zu Guttenberg

Im Fall eines Sieges der Union bei der Bundestagswahl will Seehofer seine Landesregierung neu aufstellen. „Wenn Joachim Herrmann aufgrund des Wahlergebnisses Bundesminister werden kann, dann wird es eine große Kabinettsumbildung geben“, kündigte der CSU-Vorsitzende in der „Welt am Sonntag“ an. „Ich will dann in den Landtagswahlkampf mit einer Mannschaft gehen, die die Perspektiven für die Zeit danach sichtbar macht.“ Der amtierende Innenminister Herrmann ist CSU-Spitzenkandidat für die Bundestagswahl im September.

Seehofer machte erneut deutlich, dass er sich eine Rückkehr des früheren Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) in die Bundespolitik wünscht - trotz dessen Absagen. „Ich würde es begrüßen, wenn er sich wieder Schritt für Schritt bei uns einfädeln würde. Ob dann Weiteres damit verbunden ist, hängt vom Verlauf des Wahlkampfs und letztlich vom Wahlergebnis ab“, erläuterte Seehofer. „Mein Ziel ist, möglichst viele fähige Leute um mich zu haben.“ Guttenberg sei eine „starke und begabte Persönlichkeit“.

dpa/afp

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