+
In Sachen dritte Startbahn auf Konfrontationskurs: Erwin Huber (r) und Horst Seehofer (Archivbild).

Offener Streit in der CSU

Seehofer und Huber fetzen sich über die dritte Startbahn

München - In der CSU gibt es offenen Streit über die Planungen für eine dritte Startbahn am Münchner Flughafen. CSU-Chef Horst Seehofer und Erwin Huber gehen voll auf Konfrontationskurs.

Seehofer bekräftigte sein Ziel einer politischen Lösung, und zwar unter Beteiligung der Münchner Bevölkerung: also über einen neuen Bürgerentscheid, wenn die Zahl der Starts und Landungen zunimmt. Vorher werde die Stadt München nicht von ihrem Veto abrücken.

Huber hat da eine ganz andere Meinung: „Ich halte in der Tat politisch und juristisch die Grundlagen für einen Bürgerentscheid in München nicht für gegeben.“ Er hielte ein solches Vorgehen Münchens für rechtswidrig, sagte er und erneuerte für einen solchen Fall seine Drohung mit einer Popularklage vor dem Verfassungsgerichtshof. „Ich wäre mit gutem Gewissen einer der Kläger.“ Er wolle aber den Dialog - dieser sei der CSU-Landtagsfraktion schon seit Monaten versprochen worden.

"Ich glaube, das wird Schaden auslösen"

Seehofer griff seinen Vorgänger wegen dessen Klagedrohung scharf an: „Das zeigt einmal mehr, dass zwischen dem Politikverständnis von Erwin Huber und mir Welten liegen“, sagte er. „Mit mir wird es einen solchen Politikstil nicht geben.“ Seehofer warf Huber vor, mit seinem Vorgehen der CSU zu schaden. „Ich glaube, das wird Schaden auslösen, das werden Sie merken in den nächsten Wochen - und das bedaure ich.“

Seehofer droht: "Dann nicht mit mir"

Der CSU-Chef will seine Partei nun mit allen Mitteln auf seinen Kurs zwingen. In einer Sitzung des CSU-Vorstands am Montag machte Seehofer nach übereinstimmenden Angaben mehrerer Teilnehmer deutlich, dass er selbst nur eine politische Lösung mittragen will. Für einen anderen Weg stehe er nicht zur Verfügung. Dann würde die CSU keine dritte Startbahn und ihn nicht mehr als Ministerpräsidenten haben, sagte Seehofer nach Teilnehmerangaben. Die „Passauer Neue Presse“ zitierte ihn mit den Worten: „Wenn's anders sein soll, dann soll es sein, aber dann nicht mit mir.“

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Türkische Behörden verhindern Gay-Pride-Marsch in Istanbul
Der Istanbuler Gouverneur verbietet die jährliche Schwulen-und Lesbenparade wegen Sicherheitsbedenken. Aktivisten, die dennoch demonstrieren wollen, hält die Polizei …
Türkische Behörden verhindern Gay-Pride-Marsch in Istanbul
"Stop Tihange" - Anti-Atom-Protest über 90 Kilometer
Eine Menschenkette durch drei Länder. Im Grenzgebiet von Belgien, Deutschland und den Niederlanden geben sich Zehntausende die Hand. Ihre Forderung: Das Atomkraftwerk …
"Stop Tihange" - Anti-Atom-Protest über 90 Kilometer
Albaniens Bevölkerung stimmt über neues Parlament ab
Albanien gehört zu den ärmsten Staaten Europas. Seit 2014 ist das Land offizieller EU-Beitrittskandidat. Die beiden größten Parteien wollen das Land nun in die Union …
Albaniens Bevölkerung stimmt über neues Parlament ab
Katar-Krise spitzt sich zu
Ein Katalog mit 13 ultimativen Forderungen an Katar macht deutlich, worum es in dem Konflikt auch geht: den Führungsanspruch Saudi-Arabiens in der Region. Das Emirat …
Katar-Krise spitzt sich zu

Kommentare